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"Glauben kommt aus dem Hören! - Erzählen Sie uns, was Sie von Gott hören."

Hanser Brandt-von Bülow

Blumen auf dem Altar – gerne die „fair“ erzeugten Gewächse. Wie überzeuge ich meinen Blumenhändler?

Der Inhalt in Kürze
Nur 12% der in Deutschland verkauften Blumen stammen aus dem Inland. Nicht fair gehandelte Blumen werden massiv mit Spritzmitteln behandelt. Rund 200.000 Beschäftigte in der Blumenproduktion arbeiten im Süden für unsere Freude an der Schönheit von Blumen, leiden an Ausschlägen und Atemwegserkrankungen, weil sie nicht ausreichend geschützt sind. Die Zahl der Fehlgeburten in Gegenden mit intensivem Blumenanbau in Afrika oder Südamerika liegt deutlich über dem Durchschnitt. Auch bei den deutschen FloristInnen entstehen aufgrund der verwendeten Giftstoffe Krankheiten.

Das kann ich tun: Wenn der Blumenhandel Ihrer Wahl  ein Sortiment von fair erzeugten und gehandelten Blumen hat, dann haben Sie Glück! Unsere Nachfragen ergaben (Stand Dez 2016), dass nur gelegentlich auf dem Großmarkt Blumen mit einem der beiden Siegel verfügbar sind.

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Fragen Sie den Blumenhandel Ihrer Wahl  nach fairen Blumen oder wenigstens regional erzeugten Blumen. Dazu kann ggf. ein Presbyteriumsbeschluss herbeigeführt werden, der besagt, dass bevorzugt auf fair gehandelte Blumen zurückgegriffen wird. Bieten Sie Geschäften, die fair gehandelte Blumen vertreiben,  an, dass sie ihre Werbung im Schriftenständer der Gemeinde publizieren dürfen oder im Gemeindebrief den Namen der Firma oder des Geschäftes erwähnen

Weitere Informationen
Durch die Blumenproduktion wird der Landschaft oft das wenige vorhandene saubere Wasser entnommen und das Abwasser ungeklärt in Flüsse und Seen geleitet. Außerdem ist es sicher kein Geheimnis, dass die BlumenarbeiterInnen miserabel bezahlt werden. Ein Positives hat die Produktion in diesen Gegenden jedoch: die aufgewendete Energie für Blumen ist im Süden trotz des Flugtransportes um 1/3 geringer als in Gewächshäusern bei uns.

1991 begann u.a. Brot für die Welt mit einer Blumen-Kampagne. Es wurden Standards für die sozial- und umweltgerechte Produktion von Blumen entwickelt:

Recht auf Gewerkschaftsfreiheit
Gleichbehandlung z.B. von Frauen
Existenzsichernde Löhne
Geregelte Arbeitszeiten (48 Std. Woche, ein freier Tag)
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Reduzierter Einsatz von Agrarchemikalien
Beschäftigungssicherheit
Umweltschutz
Verbot von Kinderarbeit
Keine Zwangsarbeit

Die „Siegel-Situation“ ist unübersichtlich: Neben dem holländischen Siegel MPS gibt es das Siegel aus Kolumbien „Floreverde“, das Siegel „fairfleurs“ und die Dachmarke „fair lower plants“ und Transfair. Die Standards dieser Siegel haben sich zunehmend aneinander angepasst. Trotzdem gibt es noch Unterschiede: fairfleurs zahlt den BlumenproduzentInnen 10% mehr als die kostendeckenden Preise, womit Arbeitnehmervertretungen soziale Projekte finanzieren. Die Produktion spielt bei der Preisgestaltung keine große Rolle, für sie wird nur 9 % des Verkaufspreises aufgewandt. Deshalb sind fair gehandelte Blumen auch nicht teurer als herkömmliche.
Die Zeitschrift Ökotest hat in einer größeren Kampagne im Mai 2011 Rosen auf Spritzgifte getestet. Es wurden pro Strauß bis zu 20 Gifte gefunden, von denen nach der amerikanischen Umweltbehörde EPA 14 wahrscheinlich oder möglicherweise krebserregend sind. Elf Produkte sind in der EU verboten, vier betrachtet die Weltgesundheitsorganisation als höchst gefährlich. Leider wurden auch in den fairen Produkten Pflanzengifte festgestellt. Das ist nicht nur eine Gefährdung für uns, sondern sie ist viel dramatischer für die Menschen, die die Rosen anbauen, aber auch für die Blumenverkäufer hier.
Am besten abgeschnitten haben die Rosen mit dem Fairtrade Siegel, aber auch sie waren nicht giftfrei. Beachten sollte man auch, dass abgeblühte Rosen auf keinen Fall auf den Komposthaufen bzw. in die Biotonne gehören - sie müssen in den Restmüll.
Zunächst einmal bedeutet die Nicht-Teilnahme eines Blumenversenders am Flower Label Programm nicht, dass die Blumen unter nicht fairen Bedingungen produziert wurden. Allerdings kann man, wenn man ganz sicher sein möchte, nur auf die Siegel vertrauen. Die Versand-Anbieter Valentins und Blumenfee versuchen die Umwelt zu schonen. Der Anbieter Floraprima gibt sogar ein Nachhaltigkeits-Versprechen, dass alle strategischen Maßnahmen des Unternehmens mit Blick auf die Nachhaltigkeit der Umwelt geprüft werden.

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