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Kölsche Protestanten machen Rabbatz

PROT's Sitzung: Protestantischer Karneval feierte 20-jähriges Jubiläum

"Ich ben ne Prot'slöffel Halleluja - Ich ben ne kölsche Protestant und mach Rabbatz. Ich ben ne Blaukopp un sing Ajuja, denn om rääche Fleck, do han och ich e Hätz." - Das hieß es live auf der Bühne.

„Ich ben ne Prot’slöffel Halleluja - Ich ben ne kölsche Protestant und mach Rabbatz.
Ich ben ne Blaukopp un sing Ajuja, denn om rääche Fleck, do han och ich e Hätz.”

Fott met der protestantischer Askese! Die evangelischen Spaßvögel von der PROT’s Sitzung haben ihr 20-jähriges Bestehen und 10 erfolgreich bespielte Sessionen seit 1997 gefeiert!

Am Samstagabend vor dem großen Finale des Karnevals 2018 schmetterten ehemalige und noch aktive Ensemblemitglieder der PROT’s Sitzung, der ersten überregionalen evangelischen Karnevalssitzung in Köln, das „Prot’slöffellied“ im würdigen Kreuzgangsaal der Kartäuserkirche, wo die außerordentliche Ausschusssitzung des protestantischen Frohsinns mit den bunten Gestalten zwischen Band, Präsidium, Chor und vielen einzelnen Spaßmachern aus Kirche und Umfeld stattfand. Dabei bestimmten die Rückschau und der Dank das abendliche Programm. Mit einem Hauch von Wehmut dachte man an die erste Liebe, den Spielort in der Bocklemünder Auferstehungskirche und damit verbunden an die Hausherrinnen: Pfarrerin Renate Graffmann und Küsterin Edith Siegl, die mit ständig wechselnden Jugendgruppen die Verpflegung organisiert und „för ne jode“ Zweck verkauft hatten - mehr als 200.000 Euro an Spenden haben die PROT’slerInnen im Laufe der 20 Jahre durch Ihren Spaß an Benefiz an Jugend und Flüchtlingsarbeit weitergeben können.
Eine Torte zum 20. Geburtstag versüßte den PROT'S die Sitzung
Der Mitbegründer dieses anspruchsvollen Karnevals, Wolfram Behmenburg, und Joschi Vogel, der erste Regisseur, gingen die Anfangsjahre augenzwinkernd durch und zauberten dabei auch mal Wolframs Handpuppen-Jesus aus der Tasche; allerdings tat sich der Jung doch noch etwas schwer mit dem Verstehen der PROT’s Lage. Wolfram und Ulrike Behmenburg vom Klüngelbeutel legten mit einem alten Sitzungslied ein Dankschüppchen drauf.

Die drei Präsides Herr Pfarrer Bökelmann (Detlev Prößdorf), Herr Dr. Geldner (Heribert Rösner) und die unentwegte Ehrenamtliche Ester Schmitz (Dorothee Schaper) – alle drei Pfarrerslück aus der Region – moderierten den Abend als vermeintliche landeskirchliche Ausschusssitzung. Für die unvermeidliche Vereinsgründung in naher Zukunft hatte Dr. Geldner eine fintenreiche – weil Umsatzsteuer resistente – Satzung erfunden; aber die Kollegen ließen ihn partout keine Paragrafen vortragen, wiewohl er sich redlich mühte.
PROT'S gut, Stimmung gut, hieß es im Saal
Zur Erholung intonierte der Südstadtchor in phantasievollen Kostümen unter Leitung des langjährigen Kapellmeisters der PROT’s Sitzung Thomas Frerichs schwungvollen Gesang. Die Dünnwälder Spaßvögel von ‚Dünnpfiff‘ brachten ein Dom-Medley und eine 12 Punkte-Litanei zum Karnevalsverhalten aus der Sitzungsgeschichte zu Gehör. Das Grußwort von Lutherkirche-Pfarrer und ehemaligem Beffchenfunke Hans Mörtter, unterlegte der Mann am Klavier mit kölschen Tönen zum Mitsingen; der Expräsidenten und Quasselkaspar Otmar Baumberger grüßte aus Dellbrück zum Jubiläum; Stadtsuperintendent Rolf Domning schunkelte als ehemaliger Beffchenfunke erfreut mit; und die aktuellen Regisseure Sabine Nurtsch und Lutz Weber lehnten sich zurück und feierten einfach.

Dazu gab es reichlich Musik von der Vogelsang Noise Connection, kurz VNC (Arno Berberich, Uli Förderer, Ralf Mattutat, Katrin Reher, Alexander Schüller), die Sitzungsband und Urgestein dieses ehrenamtlichen Projektes seit Anbeginn. Wie immer rockten sie den Saal, unter anderem sogar zusammen mit einem Stargast aus dem Ghetto: Elvis the Pelvis persönlich!


Text: Hannelore Morgenstern
Foto(s): Angelika Wuttke

Author: pressestelle@kirche-koeln.de