Kirche2go: Wie sehen eigentlich Pfarrerinnen und Pfarrer aus?

Wie stellen wir uns eigentlich einen Pfarrer oder eine Pfarrerin vor? Im Talar und mit ernstem Gesicht? Mit dem Satz: „Die sehen doch ganz anders aus als du!“ wurde Pfarrerin Laura Kadur aus Köln-Weiden konfrontiert. Bei Kirche2go spricht sie darüber, dass gerade Pfarrerinnen und Pfarrer oft mit Rollenklischees und bestimmten Erwartungen ihres Gegenübers konfrontiert werden von denen sie tunlichst nicht abweichen sollten. Dabei findet sie gerade die Vielfalt und das Bunte in der evangelischen Kirche spannend und vor allem: Ein Gespräch wert. Wer im Pfarrer und der Pfarrerin auch mal den Menschen hinter dem Amt sieht, so sagt sie, entdeckt mit Sicherheit viele Facetten über die sich ein Austausch lohnen würde. Das könnte interessant und überraschend werden. Und es ist sicherlich einen Versuch wert.

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Pfarrer und Pfarrerinnen: Wie sehen die eigentlich aus? Wenn ich hier so sitze, in der Kirche, dann, wenn man mich so sieht, dann denkt man vielleicht gar nicht dass ich Pfarrerin bin, weil ich vielleicht gar nicht so dem Bild entspreche, das man von einer Pfarrerin hat oder von einem Pfarrer. Man denkt vielleicht an ältere Männer mit weißem Bart und dem schwarzen Talar. Aber, dass es irgendwie noch so ein normales Leben gibt, und, dass wir so rumlaufen in normalen Klamotten und wir eigentlich auf der Straße überhaupt nicht erkannt werden, das ist einerseits gut für uns und andererseits zeigt das auch die Vielfältigkeit des Pfarrberufes. Dass man schnell in so Rollenklischees reingedrückt wird, wenn man diesen Beruf macht, oder dass auch einige mich angeguckt haben und gesagt haben: „Was? Du bist Pfarrerin? Das hätte ich jetzt aber nicht gedacht. Die sehen doch ganz anders aus. Oder: Die sind doch gar nicht tätowiert, oder das dürfen die doch alles gar nicht und so. Und ich finde das ein bisschen verrückt, weil ich oft das Gefühl habe, dass viele Menschen so bestimmte Berufsgruppen, die sehen so aus und da darf man auch bitte nicht abweichen von. Spannend ist eigentlich nur dabei, dass genauso ein buntes Aussehen und so ein vielfältiges Aussehen ein unheimlicher Gesprächsöffner ist für Menschen. Also die hören manchmal einen am Telefon und haben ein ganz anderes Bild, und wenn ich dann vor denen stehe, dann denken die: Ach, das ist ja verrückt. Oder wie gut, dass du da bist, so, mit dir kann ich noch mal anders reden, oder du bist jünger, oder du ziehst dich, ich fühl mich dir irgendwie näher, weil du halt irgendwie mir von der Kleidung eher näher bist oder wie auch immer, und das finde ich extrem gut. Und je vielfältiger und bunter der Pfarrberuf ist, desto besser. Auch wenn man uns als Evangelische nicht so auf der Straße erkennt, trotzdem, guckt doch einfach mal wie eure Pfarrerin so in der Freizeit rumläuft, das verrät euch einiges und macht auf jeden Fall Lust auf ein offenes Gespräch.

Text: APK
Foto(s): APK

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