Kirche2go zum Thema „Nächstenliebe“

„Muss ich als Christ eigentlich jeden Menschen lieben? Selbst meinen blöden Nachbarn, der immer falsch parkt?”. Nico Ballmann spricht über dieses Thema und erklärt, dass die Aufforderung zur Nächstenliebe auch an Bedingungen geknüpft sind. Erst wenn wir Menschen im Reinen mit uns selbst und mit Gott sind, können wir anderen erst freundlich und gut begegnen. Schließlich lautet dieser prominente Satz aus der Bibel vollständig: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.”

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Nächstenliebe – Ein wunderschönes Thema, bei dem aber gleichzeitig mitschwingt: Muss ich jetzt eigentlich als Christin/als Christ jeden Menschen lieben. Muss ich also auch diesen total blöden Nachbarn, der immer falsch parkt, irgendwie lieben? Ist das jetzt eine Verpflichtung?  Ich finde das immer ganz spannend, wenn man sich die Texte in der Bibel durchliest zur Nächstenliebe. Da gibt es einen ganz Prominenten, der mir sehr am Herzen liegt. Da steht: Liebe Gott von ganzem Herzen mit aller Kraft und all deinem Verstand und deinen Nächsten, wie dich selbst. Und ein kleiner Satz wird da immer total gerne überlesen. Das ist der Satz „wie dich selbst”. Wir können eigentlich nur anderen Menschen freundlich und gut begegnen, wenn wir auch im Reinen mit uns selber sind, wenn wir im Reinen mit Gott sind und wenn wir im Reinen mit uns selber sind. Diese Perspektive braucht es, damit wir einander freundlich begegnen können und das heißt jetzt eben nicht, dass ich meinen Nachbarn, der immer falsch parkt lieben muss von ganzem Herzen, so wie ich meine Freundin liebe oder wie sich Partner lieben, sondern dass ich Menschen so wahrnehme, dass auch sie geliebte Kinder Gottes sind. Dass man sich im gegenseitigen Respekt begegnet und zwar in dem Wissen, dass jeder Mensch es verdient hat, so wahrgenommen zu werden. Von daher „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst” klingt erstmal schön – mag vielleicht auch eine Verpflichtung sein – geht aber nie ohne diese beiden Perspektiven: Ohne Gott und, dass ich mich auch selber lieben und annehmen kann.

Text: APK
Foto(s): APK

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Weihnachtliche Musik, Verabschiedungen und Online-Angebote

Weihnachtliche Musik, gleich drei Verabschiedungen von Pfarrern und Online-Angebote sind unsere Tipps für Ihre Woche. In diesen besonderen Zeiten, bitten wir Sie auch weiterhin, vor einer Teilnahme an einer Veranstaltung auf der jeweiligen Webseite der Veranstalterin/des Veranstalters, sich zu vergewissern, dass die Veranstaltung stattfindet.

 

Konzert mit „Loup & Hecker“
Hofadvent in der Lutherkirche

„Weihnachtlich jood drupp!“ sind „Loup & Hecker“ am Mittwoch, 2. Dezember, 19 Uhr, beim Hofadvent open-air in der Lutherkirche Südstadt, Martin-Luther-Platz 2-4. Die Musiker präsentieren alte und jüngere Kölsche Klassiker abseits vom Karneval, die eine Geschichte erzählen, Inhalt und Witz haben. Der Eintritt kostet 13 Euro im Vorverkauf unter https://lutherkirche.ticket.io. www.lutherkirche-suedstadt.de

(Be)sinnlicher Abend mit Andreas Opitz, Annette Fuchs und anderen
Hofadvent in der Lutherkirche

 “Jesses, Maria und Josef – sonderliche Weihnacht“ ist das Motto eines Konzertabends am Donnerstag, 3. Dezember, 19 Uhr, in der Lutherkirche Südstadt, Martin-Luther-Platz 2-4. Andreas Opitz, Annette Fuchs, Josef Loup, Tanja Krämer und Oliver Bahr versprechen beim open-air Hofadvent einen (be)sinnlichen Abend. Der Eintritt kostet 18 Euro im Vorverkauf unter https://lutherkirche.ticket.io. www.lutherkirche-suedstadt.de

Verabschiedungsgottesdienste für Pfarrer Dietrich Kamphenkel, Pfarrer Bernhard Ottinger-Kasper und Pfarrer Gerd Veit

Zwei Abschiedsgottesdienste für Pfarrer Dietrich Kamphenkel
Entpflichtung durch Superintendentin Andrea Vogel

In zwei Gottesdiensten am Sonntag, 29. November, wird Pfarrer Dietrich Kamphenkel in den Ruhestand verabschiedet. Pfarrerin Andrea Vogel, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, entpflichtet ihn von seinem Dienst als Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Kalk-Humboldt. Im Gustav-Adolf-Haus Humboldt, Hachenburger Straße 3-5, beginnt der Gottesdienst um 11 Uhr. In der Jesus-Christus-Kirche Kalk, Buchforststraße 14-18, können sich die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher ab 14 Uhr von Pfarrer Dietrich Kamphenkel verabschieden. Aufgrund der beschränkten Anzahl von Plätzen ist eine Anmeldung zu den Verabschiedungsgottesdiensten erforderlich.www.kalk.ekir.de

Verabschiedung Pfarrer Bernhard Ottinger-Kasper
Gottesdienst mit Superintendent Markus Zimmermann

Im Gottesdienst am Sonntag, 29. November, 17 Uhr, in der Stadtkirche Chorweiler, Pariser Platz 32, wird Pfarrer Bernhard Ottinger-Kasper in den Ruhestand verabschiedet. Die Entpflichtung erfolgt durch Pfarrer Markus Zimmermann, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord. Pfarrer Bernhard Ottinger-Kasper war 33 Jahre in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Neue Stadt und zuletzt in der neugegründeten Evangelischen Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden für die Stadtteile Chorweiler, Blumenberg, Fühlingen, Seeberg-Nord zuständig. Eine verbindliche Anmeldung zum Gottesdienst unter https://termine.ekir.de/rueckmeldeformular420-458613 ist bis Mittwoch, 25. November, möglich. www.hoffnungsgemeinde-koeln.de

Verabschiedungsgottesdienst für Pfarrer Gerd Veit
Online-Anmeldung erwünscht

Pfarrer Gerd Veit wird am Sonntag, 29. November, 10 Uhr, in der Kreuzkirche Wesseling, Kronenweg 67, von Superintendent Dr. Bernhard Seiger in einem Festgottesdienst von seinem Amt als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Wesseling entpflichtet. Gerd Veit war 36 Jahre in der Gemeinde tätig. Er geht zum 1. Januar 2021 in den Ruhestand. Für 100 Menschen gibt es Plätze in der Kreuzkirche. Wer dabei sein möchte, kann sich online unter https://termine.ekir.de/veranstaltung_detail462373.html zum Verabschiedungsgottesdienst anmelden. www.evangelisch-wesseling.de

Online-Vortrag: „Mein verwundetes Herz“ ONLINE
Das Leben der deutsch-jüdischen Ärztin Lilli Jahn aus Köln in Briefen und Fotos

Am Donnerstag, 26. November, 19 Uhr bis 21.15 Uhr, liest Gisela B. Adam bei einer Online-Veranstaltung der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24 b, aus den Briefen der deutsch-jüdischen Ärztin Lili Jahn vor. Lilli Jahn entstammte einer wohlhabenden jüdischen Familie, wurde Ärztin, heiratete einen nicht-jüdischen Studienkollegen, gründete mit ihm eine erfolgreiche Arztpraxis und bekam fünf Kinder. Doch dem zunehmenden Druck der Nazis auf die „Mischehe“ hielt Lillis Mann nicht stand und ließ sich 1942 scheiden. Damit war das Schicksal der Familie besiegelt: Lilli Jahn wurde nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ein eindringliches und ergreifendes Zeitzeugnis stellt der umfangreiche Briefwechsel dar, der den verzweifelten Kampf der Mutter und ihrer Kinder um den Zusammenhalt der Familie veranschaulicht. Die Teilnahme an dem Online-Seminar kostet 10 Euro. Eine Anmeldung unter anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.

Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de


„Das Netz trägt auch durch schwere Zeiten“ ONLINE
Möglichkeiten und Formen von Online-Seelsorge und -Beratung

Das Spektrum digitaler Seelsorge und Beratung nimmt die Online-Tagung „Das Netz trägt auch durch schwere Zeiten“ in den Blick. Zum neunten Teil aus der Reihe „Mehr digitale Souveränität gewinnen“ laden die Evangelische Akademie im Rheinland, das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie die Melanchthon-Akademie ein. Vorträge und Workshops finden an zwei unterschiedlichen Tagen statt. Im Anschluss an die Begrüßung und eine Einführung in die Tagung am Freitag, 27. November, 10.30 Uhr bis 15.30 Uhr, spricht Professorin Dr. Kristin Merle, Institut für Praktische Theologie an der Universität Hamburg, zum Thema „Online durch die Krise? – Was die Digitalisierung für die Seelsorge bedeutet“.
Am Nachmittag steht das Thema „Ressourcen und Methoden für Seelsorge und Selbstfürsorge im digitalen Raum“ mit Pastor Achim Blackstein, dem Beauftragten für digitale Seelsorge und Beratung am Zentrum für Seelsorge der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, auf dem Programm. Für die Teilnehmenden gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Initiativen vorzustellen. Während der Mittagspause besteht die Möglichkeit, sich in „Breakout-Rooms“ auszutauschen. Im zweiten Teil der Tagung am Mittwoch, 2. Dezember, 17 Uhr bis 19.30 Uhr, werden verschiedene Workshops angeboten: „Ich bin #ansprechbar – Seelsorge auf Instagram“, „Einander im Blick behalten Begegnung und Beratung per Videotelefonat“ sowie „Mit Apps und Schwung durch schwere Zeiten – ein Praxisbericht“.
Alle Teilnehmenden können zwei unterschiedliche Workshops besuchen. Interessierte können sich zu beiden Blöcken der Tagung anmelden, aber auch nur die Vorträge oder nur die Workshops besuchen. Beide Teile der Tagung finden als Videokonferenz per Zoom statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung unter anmeldung@melanchthon-akademie.de ist bis Donnerstag, 26. November, möglich. Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de, www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): Annika Bocks

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„´Niemals wieder!´ – Christlich-Jüdischer Dialog und Antisemitismus 75 Jahre nach Auschwitz“

Online-Veranstaltung mit Vorträgen und Podiumsgespräch

„Ein Dialog auf Augenhöhe“ sei elementar, lautete die einhellige Meinung der Teilnehmenden des gut 140-minütigen Vortrags- und Gesprächsabends „´Niemals wieder!´ – Christlich-Jüdischer Dialog und Antisemitismus 75 Jahre nach Auschwitz“. So hob der orthodoxe Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens hervor, dass wir uns jetzt „tatsächlich in einem echten historischen Moment“ befänden. „In 2000 Jahren christlich-jüdischer Geschichte sind wir eigentlich zum ersten Mal an dem Zeitpunkt angelangt, an dem wir wirklich auf Augenhöhe miteinander sprechen.“

Die Veranstaltung der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. in Kooperation mit der Karl Rahner-Akademie, dem Katholischen Bildungswerk, katholischen Stadtdekanat und der Melanchthon-Akademie war Pandemie-bedingt nur Online zu besuchen.

Teilnehmende

Der Theologe Norbert Bauer, Leiter der Karl Rahner-Akademie, nannte in seiner Begrüßung den Antisemitismus als unverändert greifbare Gefahr. Der Ruf „Niemals wieder!“ gelte auch für die beiden großen Kirchen. „Der Antisemitismus mit dem grausamen Tiefpunkt der Shoa hat auch Ursachen und Quellen in der christlichen Theologie und in dem Verhalten der Kirchen.“ Es habe lange gedauert, bis sie sich dieser Vergangenheit gestellt und deren Aufarbeitung versucht hätten. Neben diesen nach 1945 unternommenen Versuchen beschäftigten sich die Teilnehmenden insbesondere mit Erfordernissen von kirchlicher Seite, um „antijüdischen Tendenzen auch in den Kirchen“ sowie einem aktuellen, „offenen rassistischen Antisemitismus“ effektiv entgegentreten zu können.

Dr. Andreas Pangritz, bis 2019 zuletzt 15 Jahre Professor für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Uni Bonn, unternahm aus christlicher, insbesondere protestantischer Perspektive einen komplexen, meinungsstarken und zitatenreichen Abriss zum christlich-jüdischen Dialog seit 1945. Dieser Dialog habe sich nach der Shoa zunächst primär im Rahmen des Kampfes gegen den Antisemitismus entwickelt. Jedoch habe dieser Kampf nicht im Zentrum theologischer Lehre oder kirchlicher Praxis gestanden. „Vielmehr sind Traditionen christlicher Judenfeindschaft in beiden großen christlichen Kirchen nach der Nazizeit bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts noch relativ ungebrochen weitergetragen worden.“

Antisemitismus

Zunächst hätten engagierte Einzelne und Gruppen innerhalb der Kirchen im christlich-jüdischen Verhältnis eine Umkehr und Erneuerung angestoßen. Zu diesen Pionierleistungen zählt Pangritz die 1947 auf einer internationalen Konferenz im schweizerischen Seeligsberg von Christen und Juden verabschiedeten zehn Thesen zur Antisemitismus-Bekämpfung. Ein unmissverständlicher, „neuer Ton“ findet sich laut Pangritz seitens einer offiziellen kirchlichen Instanz „immerhin im ´Wort zur Judenfrage´“ der EKD-Synode in Berlin-Weißensee im April 1950: „Wir bitten alle Christen, sich von jedem Antisemitismus loszusagen und ihm, wo er sich neu regt, mit Ernst zu widerstehen und den Juden und Judenchristen in brüderlichem Geist zu begegnen.“

In den 1960er Jahren sei eine Art ökumenischer Wettlauf über die Entwicklung eines Dialogs zwischen Juden und Christen in Gang gekommen, sagte Pangritz. Den Anstoß habe die Katholische Kirche mit der wichtigen Erklärung „Nostra aetate“ 1965 auf dem 2. Vatikanischen Konzil gegeben. Wegweisend sei auch der Synodalbeschluss zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden der Evangelischen Kirche im Rheinland 1980. Dieser Beschluss und das in ihm enthaltene Schuldbekenntnis, dem eine Absage an jeden Antisemitismus innewohne, habe eine Serie gleichlautender Beschlüsse weiterer evangelischer Landeskirchen initiiert. Bereits im Juli 1961 sei die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Juden und Christen“ auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin erfolgt. Es sei das erste Gremium, dass sich kontinuierlich mit den Problemen des christlich-jüdischen Verhältnisses beschäftige und in dem Juden gleichberechtigt mitarbeiteten.

Reaktionen „auf die Umkehr in den christlichen Kirchen”

Pangritz widmete sich auch positiven Reaktionen von jüdischer Seite „auf die Umkehr in den christlichen Kirchen“. In den letzten Jahren habe insbesondere auch die orthodox-jüdische Seite dialogbereite Erklärungen publiziert, so der evangelische Theologe. Beispielsweise die am 3. Dezember 2015 veröffentlichte Erklärung einer Gruppe von mehr als fünfzig führenden orthodoxen Rabbinern, darunter Ahrens. Unter dem Titel „Den Willen unseres Vaters im Himmel tun“ verstehe sie sich insbesondere als Erwiderung auf die Neubestimmung des christlichen Verhältnisses zu den Juden in der Konzilserklärung „Nostra aetate“ anlässlich deren fünfzigjährigem Jubiläum.

„Neben Licht gibt es auch Schatten“, zeichnete Pangritz ein aktuell ambivalentes Bild. Doch gebe es auch ermutigende kirchenoffizielle Äußerungen. So hätten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, am 27. Januar 2015 aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gemeinsam erklärt: „Wir wiederholen gerade an diesem Tag, die katholische und die evangelische Kirche treten in ökumenischer Gemeinschaft gegenwärtig und zukünftig entschieden jeder Form von Antijudaismus und Antisemitismus entgegen.“

Antisjudaismus

Dr. Jehoschua Ahrens, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Darmstadt, Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz, und derzeit Director Central Europe des Center for Jewish-Christian Understanding and Cooperation in Jerusalem, schilderte in einem längeren Impuls ebenso kenntnisreich die Entwicklung aus jüdischer Perspektive. Man müsse sich vor allem die Zeit vor 1945 anschauen, sagte er. Nämlich die Beziehungen zwischen Christen und den Juden als Minderheit in christlichen Gesellschaften seit fast 2000 Jahren. Aus jüdischer Perspektive sei es eine Geschichte der Ausgrenzung, der Verfolgung und natürlich immer wieder des Mordes, und mit der Shoa sogar der Vernichtung.

Diese lange Tradition, vom französischen Historiker Jules Isaac die „Lehre der Verachtung“ genannt, habe sich leider sehr früh in den Kirchen verankert. Dabei sei es nie nur um einen theologischen Antijudaismus gegangen. Schon im Mittelalter hätten sich rassistische Vorurteile, rassistischer Judenhass entwickelt. Natürlich hätten die Kirchen keine direkte Verantwortung für das, was später im Namen des rassistischen Antisemitismus geschehen sei, aber sie hätten mit ihrem Wirken einen Grundstein gelegt.

Verpasste Chancen

Es sei sicherlich auch eine Geschichte der verpassten Chancen, fasste Ahrens zusammen. Immer wieder wäre es möglich gewesen, dass Juden und Christen in einen Dialog miteinander hätten treten können. Jüdische Theologen hätten immer wieder Brücken gebaut, aber leider vergeblich gehofft. Bis heute seien Hass auf die Juden, ihre Verachtung und Ausgrenzung in Köpfen verankert. Das sei nicht verwunderlich ob der langen Zeit ihrer Kultivierung in den Kirchen und der Gesamtgesellschaft.

Der Kampf gegen den Antisemitismus und die Flüchtlingshilfe habe nach 1945 Juden und Christen in Europa zusammengebracht. Das Gespräch sei eigentlich erst mit der 1975 veröffentlichten evangelischen Studie „Christen und Juden I“ wiederaufgenommen worden. Es habe einzelne engagierte Personen und Kreise, es habe die Christlich-Jüdischen Gesellschaften gegeben, aber die Kirchen hätten sehr lange gebraucht, sprach Ahrens von der nächsten verpassten Chance. Was in „Nostra aetate“ und im rheinischen Synodalbeschluss ausgedrückt worden sei, hätte schon in den vierziger Jahren passieren müssen, so Ahrens. Das Unterbleiben habe auf jüdischer Seite natürlich für große Enttäuschung gesorgt. Später hätten die kirchlichen Erklärungen bei Juden Vertrauen für eine Zusammenarbeit aufgebaut.

Antisemitismus heute

Der Antisemitismus ist nicht verschwunden, betonte der Rabbiner. Im Gegenteil verstärke er sich im Augenblick. „Vielleicht nicht prozentual, aber wir sehen im Ausdruck wird er präsenter, wird vielleicht im negativen Sinn mutiger, lauter und vielleicht durch die Sozialen Medien befördert aggressiver und teilweise, wie man es merkt, leider auch physischer. Es bleibt nicht bei Worten, es folgen sozusagen auch die Taten.“ Dieser Aufgabe müssten wir uns also weiter stellen.

Dass von der Kölner Historikerin und Judaistin Dr. Ursula Reuter moderierte Podiumsgespräch eröffnete Thomas Frings. Der katholische Theologe, seit 2018 Referent für den interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln und beauftragt unter anderem mit dem Dialog mit jüdischen Gemeinden, erinnerte an eine Aussage von Papst Franziskus: „Ein Christ kann kein Antisemit sein. Unsere Wurzeln sind dieselben. Es wäre ein Widerspruch des Glaubens und des Lebens.“ Dieser Grundsatz müsse in weiten Teilen der Kirche, auch an der Gemeindebasis weiter verinnerlicht werden. Als eine Frucht der Dialogbemühungen nannte Frings die Fachtagung zwischen der orthodoxen Rabbinerkonferenz und der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin im November 2019. Die persönliche Begegnung, der Aufbau von Beziehungen seien ganz wesentlich für einen Dialog.

Dr. Marcus Meier, Geschäftsführer der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, betonte, es sei wichtig zu verstehen, woher die heute immer noch verwendeten zahlreichen überlieferten antijüdischen Darstellungen stammten. Er plädierte zudem für eine aktive Aufarbeitung und Kommentierung von antijüdischen Kunstwerke. Der Politikwissenschaftler sprach Untersuchungen an, nach denen Antisemitismus unter den Kirchgängern genauso verbreitet sei wie in der restlichen Bevölkerung. Laut Meier sei es zentral, dass die Kirchen das Thema in die Gemeinden trügen. Dass die Auseinandersetzung darüber mit Gemeindemitgliedern stattfinde, und nicht in Gremien und Leitungen stecken bleibe.

Die Bedeutung des Dialogs mit den Juden

Die Versuche der Juden, im Laufe der Geschichte immer wieder auf die Kirchen, auf die Gesamtgesellschaft zuzugehen, bezeichnete Ahrens für lange Zeit als eine fruchtlose Einbahnstraße. Glücklicherweise hätten die Kirchen in den letzten Jahrzehnten die Bedeutung des Dialogs mit den Juden verstanden. Die Kirchen hätten die „Lehre der Verachtung“ umgedreht, sprach Ahrens von einer 180-Grad-Kehrtwende. Solche Erklärungen seien immer erst der Anfang einer Diskussion inklusive Widerstände. Es benötige verständlicherweise noch eine lange Zeit, bis das „heruntertriggert“.

Den Fortschritt verband Ahrens auch mit der „mehr oder weniger klaren Ablehnung der sogenannten Judenmission“. Ohne diesen Verzicht der Kirchen könne es keinen Dialog auf Augenhöhe geben. Wenn wir als Religionsgemeinschaften überhaupt noch eine Rolle spielen wollten im Leben der Gesellschaft, wenn wir unsere Botschaft, unsere Werte vermitteln wollten, sei es umso wichtiger, „dass wir das gemeinsam tun“, so der Rabbiner. „Wenn es schon so aussieht als wenn wir im Konflikt sind, wie sollen wir von der Gesamtgesellschaft ernst genommen werden?“ Religionen hätten etwas einzubringen. Sie würden, habe er auch in Corona-Zeiten erfahren, gebraucht als ethisch-moralische Instanzen.

Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede

Aus jüdischer Sicht bedeute theologischer Dialog, den anderen wahrzunehmen, theologisch zu verstehen, Unterschiede formulieren zu können auf einem gleichen Level, so Ahrens. „Wir haben mehr gemeinsam, als uns trennt“, betonte er. Das bedeutet aber nicht, dass man Unterschiede beiseiteschiebe. Wir seien nicht eins und müssten das auch nicht. „Wichtig ist, dass wir gemeinsam handeln können.“

Einig war sich das Podium, dass die Judaistik in der Ausbildung von Theologen und Religionslehrern verankert werden müsse. Es bestehe erheblicher Verbesserungsbedarf, mahnte Pangritz an. Denn Pfarrer und Pfarrerinnen erfüllten innerhalb der Kirchen eine ganz wichtige Funktion als Multiplikatoren. Ahrens sagte, es auch wichtig, wer unterrichte. Aufgrund der Konfessionsbindung werde in den theologischen Fakultäten Judaistik leider nur von christlichen Lehrstuhlinhabern vermittelt. Dabei sollten das, wie im angloamerikanischen Raum, jüdische Theologen übernehmen.

Auf YouTube ist die Online-Veranstaltung unter dem Link https://youtu.be/HIB5GAxD-74 aufzurufen.

Mehr über die Angebote der Melanchthon Akademie finden Sie hier.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Warum feiern wir eigentlich den Buß- und Bettag?

 

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Ab Mitte November überschlagen sich immer so ein bisschen die Ereignisse. Und zwar gibt es da einen Feiertag, der leider gar kein Feiertag mehr ist. Das ist der Buß- und Bettag. Ich glaube, dass der Buß- und Bettag ein Tag der Umkehr ist. Also der uns immer wieder daran erinnert, all das, was wir angehäuft haben, an Schuld also, wo wir uns persönlich schuldig fühlen. Da sind wir immer wieder in der Lage, diesen Weg zu verlassen und zurückzukehren. Das ist ein total schwieriges Bild, denn wenn man so ganz verstrickt ist in sich selber, dann sieht man manchmal auch überhaupt keinen Ausweg und denkt Umkehr, was soll das denn heißen. Das ist ein blöder biblischer Begriff, das hat überhaupt nichts mit meinem Leben zu tun. Also wenn ich darüber nachdenke, was Umkehr heißt, dann ist das nicht immer das große Ganze, sondern es fängt quasi im Kleinen an. Also mit einer Sache am Tag, die ich anders mache als sonst, oder mit einer Begegnung, die mich so geprägt hat, das ich sage, ich ziehe da ‚was raus für mein Leben. Und das verändert mich. Das ist für mich eine Form, auch der Umkehr, Unschuld zu haben oder schuldig zu werden. Das ist was nur menschliches und es ist gut und wichtig, dass wir an diesen Tag denken, auch wenn wir ihn gar nicht mehr feiern – leider nicht mehr feiern – aber es ist gut zu wissen, es gibt solche Tage, die uns daran erinnern: Du machst Fehler, aber du bist jederzeit in der Lage, diese Fehler hinter dir zu lassen, umzukehren, einen neuen Weg einzuschlagen, den Kurs nochmal auszurichten, sich noch mal ein bisschen selber anzuschauen, wie mache ich es eigentlich oder was kann ich ändern an mir. Und deshalb finde ich den Buß- und Bettag so wichtig.

Text: Kaldur/Ebels
Foto(s): APK

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„Niemals wieder!” – LIVESTREAM am 18.11. um 18 Uhr

Christlich-Jüdischer Dialog und Antisemitismus 75 Jahre nach Auschwitz

„Die Nichtachtung der bleibenden Erwählung Israels und seine Verurteilung zur Nichtexistenz haben immer wieder christliche Theologie, kirchliche Predigt und kirchliches Handeln bis heute gekennzeichnet. Dadurch haben wir uns auch an der physischen Auslöschung des jüdischen Volkes schuldig gemacht.”

Dieses zentrale Bekenntnis findet sich im Synodalbeschluss der Evangelischen Kirche im Rheinland von 1980. Der Beschluss zählt neben Nostra Aetate, der Erklärung der römisch-katholischen Kirche aus dem Jahre 1965 zu den wichtigsten Zeugnissen der Neubestimmung der christlichen Kirchen zum Judentum.

Antisemitismus heute

Heute müssen wir uns wieder verstärkt mit antijüdischen Tendenzen auch in den Kirchen und einem offenen rassistischen Antisemitismus auseinandersetzen und uns fragen, wie dieser in Zukunft effektiv bekämpft werden kann. Welche theologischen Klärungen des Verhältnisses vom Christentum zum Judentum sind für den Kampf gegen den Antisemitismus notwendig und welchen Beitrag kann der christlich-jüdische Dialog leisten?

Eine Veranstaltung der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Kooperation mit der Karl Rahner-Akademie, dem Katholischen Bildungswerk, dem katholischen Stadtdekanat und der Melanchthon Akademie.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Melanchthon Akademie.

Livestream am 18.11.2020 ab 18 Uhr

Die Veranstaltung findet als Livestream statt.

Sie können am 18.11. ab 18 Uhr den Livestream über YouTube über folgenden Link verfolgen: https://youtu.be/HIB5GAxD-74

Text: MAK
Foto(s): APK

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„Antisemitismus als Herausforderung für unsere Kirche“ – Nachrichten von der Kreissynode Köln-Nord

98 Synodale begrüßte Superintendent Markus Zimmermann bei der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord. Man traf sich zu einer Zoom-Konferenz. Die Andacht von Pfarrerin Regina Doffing war vorher in der Junkersdorfer Dietrich-Bonhoeffer-Kirche aufgezeichnet worden. Die Pfarrerin erinnerte an Moses und das Volk Israel, das die Fleischtöpfe Ägyptens verlassen hatte und sich nun dem Mangel ausgesetzt sah. „Wüstenzeiten für das Volk Israel. Manche gehen schnell vorbei, andere dauern lange.“

Der Rabbiner Erwin Schild habe, so Doffing, in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag in Toronto gefeiert. Im Frühjahr 1938 habe er seine Heimatstadt Köln verlassen um sich in Würzburg am Seminar für jüdische Studien als Lehramtsanwärter zu immatrikulieren. „Am 9. November 1938 klopfte der Mob an die Türen des Studentenseminars.“ Mehr als 1.000 Synagogen im ganzen Land brannten. Schild wurde verhaftet und in das KZ Dachau deportiert. 65 Jahre danach habe er die Gedenkstätte besucht. Er habe sich einladen lassen – eingelassen auf Menschen in Deutschland, die von ihm lernen wollen. Doffing erinnerte an Christen, die alle Nichtgetauften missionieren wollten. „Die Taufe wurde unter Androhung des Todes vollzogen.“ Auch die Christen der während der NS-Zeit haben sich schuldig gemacht an den Deportationen und Morden. Aber: „Gottes Treue gilt Israel bis heute.“ Christinnen und Christen, Jüdinnen und Juden könnten heute in einen Dialog treten, in dem beide Seite voneinander lernen.

Zum Thema der Synode „Antisemitismus als Herausforderung für unsere Kirche“ referierte Rafi Rothenberg, Vorstandsvorsitzender der Jüdisch-Liberalen Gemeinde Köln Gescher LaMassoret e.V. „Ich möchte nicht, dass das Judentum auf die Shoah reduziert wird. Ich möchte, dass wir Juden die Opferrolle verlassen. Wir haben eine sehr lebendige Gemeinde hier in Köln“, begann Rothenburg seine Ausführungen. Dann wurde er ironisch. Er habe auch nach 40 Jahren beim WDR noch nicht die Herrschaft über die Medien erlangt, er sei ein miserabler Geschäftsmann, kein Millionär, er sei nicht am Tsunami 2004 beteiligt gewesen, „und bei der Herstellung des Coronavirus hat man mich nicht mitmachen lassen“. Verschwörungstheorien allesamt. Aber man sehe Leute, die von einer Corona-Diktatur redeten und gelbe Judensterne mit der Aufschrift „ungeimpft“. Das sei unerträglich.

Rafi Rothenberg sprach zum Thema Antisemitismus als Herausforderung für die Kirche

„Antisemitismus ist verdammt bequem. Wer antisemitisch denkt, kann alles erklären, hat immer einen Schuldigen und kann immer eine Antwort liefern. Wer kann das schon?“, sagte er weiter. Es sei ebenso unerträglich für die deutsche Gesellschaft und Demokratie, dass Juden ihre Religion nur unter Polizeischutz feiern könnten. Israelische Politik zu kritisieren, sei legitim. „Ich bin da auch nicht mit allem einverstanden.“ Nicht akzeptabel sei die Kritik mit den drei „D“: Delegitimierung, Dämonisierung, Doppelstandard. Es gelte aber auch die Sprache zu verändern. „Jude oder jüdisch muss mehr in die Alltagssprache eingehen. Mosaisch oder abrahamisch ist nicht adäquat. ,Du Jude‘ darf auf dem Schulhof kein Schimpfwort sein. Da müssen die Lehrer sofort einschreiten.“ Richtig sei auch: „Man hat Angst vor etwas, das man nicht kennt.“

Der Anteil der in Deutschland lebende Juden liegt bei rund 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Rothenberg kritisierte, dass auch in den Medien das Judentum häufig auf Antisemitismus und Shoah reduziert werde. Er zitierte aus der Studie „Zivilgesellschaftliches Lagebild Antisemitismus Deutschland“ der Amadeu Antonio Stiftung. Jüdische Perspektiven müssten sichtbarer gemacht werden, der Schutz von Betroffenen von antisemitischer Gewalt und von jüdischen Einrichtungen müsse verbessert werden, es müsse konsequent gegen rechtsterroristische Gruppierungen vorgegangen werden, man müsse islamistische Organisationen wie die Hamas und die Hisbollah in Europa verbieten und dürfe den Antisemitismus in der Linken nicht verharmlosen. Vor allem aber müssten die Bürgerinnen und Bürger Zivilcourage zeigen, lautete Rothenbergs Appell zum Schluss.

Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, erinnerte daran, dass im kommenden Jahr 1.700 Jahre nachweisbares jüdisches Leben in Köln mit zahlreichen Veranstaltungen und Projekten gefeiert wird. So sollen beispielsweise zum Laubhüttenfest zahlreiche Laubhütten in den Stadtteilen aufgebaut werden. Das werde nach der momentanen Planung mit kulturellen und kulinarischen Angeboten verbundenen. Alle Veranstaltungen sollen auf der Internetseite „321.Koeln“ gesammelt werden.

Der stellvertretende Skriba Hanser Brandt-von-Bülow stellte den Antrag an die Kirchenleitung zum Thema Frieden vor.

Im Anschluss an den Themenschwerpunkt verabschiedete die Synode einen Antrag an die Kirchenleitung, in dem sich die Synodalen dafür aussprechen, die Friedensbotschaft Jesu Christi im Rahmen der wissenschaftlichen Theologie intensiver zu reflektieren: „Die Kreissynode bittet die Kirchenleitung, mit der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität eine geeignete Form zu finden, um das Thema ,Friedenstheologie‘ in bedeutsamer Weise in Forschung und Lehre zu verankern. Der Landessynode ist über das Ergebnis zu berichten.“ Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Monika Crohn wurde erneut zur Synodalassessorin gewählt.

Danach standen Wahlen auf dem Programm.  In den Kreissynodalvorstand wählten die Abgeordneten mit jeweils großer Mehrheit die Weidener Pfarrerin Monika Crohn als Synodalassessorin, Pfarrerin Uta Walger aus Bickendorf als 1. stellvertretende Skriba, Pfarrer Hanser Brandt-von-Bülow aus Ehrenfeld als 2. stellvertretenden Skriba. Sebastian Wolfram aus Weiden/Lövenich wurde 1. stellvertretender Synodenältester,  Prof. Dr. Otto Oberegge aus Junkersdorf 4. Synodenältester, Erwin Wittenberg aus der Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden 4. stellvertretender Synodenältester, Monika Lange aus Mauenheim/Weidenpesch 5. Synodenälteste, Jörg Krautmacher aus Bickendorf 5. stellvertretender Synodenältester, Gabriele Orbach aus Pesch 6. Synodenälteste und Marc Groll aus Bickendorf 6. stellvertretender Synodenältester. Vorab per Brief hatten die Synodalen ihre Abgeordneten für die Landessynode bestimmt. Der Kirchenkreis wird von Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, Gabriele Orbach und Margrit Siebörger-Kossow aus Pulheim vertreten.

Superintendent Markus Zimmermann lobte die Verwaltung für die ausgezeichnete Vorbereitung der Zoom-Synode.

Den Bericht von Superintendent Markus Zimmermann hatten die Synodalen bereits vor der Synode mit den Sitzungsunterlagen bekommen. Zimmermann hatte seinen Bericht in drei Bereiche unterteilt. „Evangelisch leben in Köln und Region – die eigene Identität stärken und nach außen sichtbar machen“, „Evangelisch leben in Köln und Region – die Corona-Zeit bewältigen“ „und Evangelisch leben in Köln und Region – die Zukunft gestalten“. Im ersten Teil wies Zimmermann auf das neue Logo des Kirchenverbandes Köln und Region hin. Mit einer sich daran anknüpfenden Plakataktion wurde deutlich gemacht: „Als evangelische Kirche in Köln und Region sind und bleiben wir eine wichtige, aktive, verlässliche und integrierende Institution in unserer Stadt und in den angrenzenden Landkreisen.“ Eindringlich appellierte der Superintendent an die Synodalen: „Als Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger lassen wir uns nicht unterkriegen: nicht von den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, nicht von den leider sinkenden Mitgliederzahlen und auch nicht von dem dringenden Erfordernis, im digitalen Zeitalter zeitnah und professionell für uns ganz neue Formen für Verkündigung auszuprobieren und einzuüben.“

Optimismus empfahl Zimmermann auch dabei, neue Gemeindegrößen und schlankere kirchliche Strukturen zu entwickeln. Corona und das Weihnachtsfest werden nicht einfach: „In Blick auf Weihnachten werden in unseren Gemeinden schon seit einigen Wochen mögliche Alternativen für die Gestaltung von Gottesdiensten geplant: Sei es, dass Gottesdienste draußen stattfinden sollen, Stationen-Gottesdienste angeboten werden oder das gottesdienstliche Angebot ins digitale Netz verlegt wird. Auch das bedeutet eine große Umstellung und bedarf eines hohen Maßes gelebter christlicher Hoffnung, Zuversicht und Flexibilität.“ Schon in den vergangenen Monaten habe man mit beachtlichem Erfolg neue Begegnungs- und Verkündigungsformen entwickelt. Vieles sei ins Netz verlagert worden.

„Die Nutzung von digitalen Medien und die Präsenz von Kirche im Internet werden ebenfalls über die Pandemiezeit hinaus wichtig bleiben. Mit der „digitalen Kirche“ entdecken wir gerade eine weitere wichtige Möglichkeit dafür, dass Menschen wieder vorsichtig und niederschwellig mit der biblischen Botschaft und der Kirche in Berührung kommen. Die positiven Erfahrungen in diesem Jahr in unseren Kirchengemeinden belegen das und machen Hoffnung.“ Ob man es wolle oder nicht: Die Kirche müsse spätestens ab sofort dringend und professionell parallel in den zwei modernen Welten – der analogen und der digitalen – präsent sein.

Die Zukunft gestalten heiße auch Gemeindefusionen zu vollziehen -so geschehen im Kölner Norden, wo sich die Gemeinden Neue Stadt, Worringen und der nördliche Teil Niehls zur Hoffnungsgemeinde zusammengeschlossen haben. „Die Beratungen für eine nachhaltige zukünftige Gemeindestruktur auf der Fläche des Kirchenkreises oder sogar darüber hinaus sind in den Kooperationsräumen und Regionen verstärkt angenommen worden. Die Gemeinden hat in diesem Jahr zudem der Vorschlag des Kreissynodalvorstandes – vorberaten durch die Arbeitsgruppe Personalkonzept – mit Eckpunkten für eine zukunftsfähige Gemeindestruktur erreicht. Dieser Vorschlag, der weiteren Überlegungen in den Kooperationsräumen dienen soll, wird nun dort und in den Presbyterien nicht immer unkritisch beraten und diskutiert.“ Entscheidend sei für den Kreissynodalvorstand, so Zimmermann weiter, dass am Ende nachvollziehbare und nachhaltige Lösungen angesichts einer zu erwartenden völlig veränderten personellen und finanziellen Situation der Kirche noch im Verlauf dieses Jahrzehntes gefunden werden, die alle Kirchengemeinden mit einschließen.

In der ersten Lockdown-Zeit sei die Kirche leider manches schuldig geblieben, räumte der Superintendent in einem mündlichen Statement ein und nannte als Beispiel die älteren Menschen in Altenheimen. Ausdrücklich lobte Zimmermann die Mitarbeitenden im Jugendreferat des Kirchenkreises. Eigentlich hätten diese mit den Jugendlichen eine Ferienfreizeit auf Sardinien verbringen wollen. Stattdessen sei man corona-bedingt an den Rursee in der Eifel gefahren. „Das haben sie beeindruckend organisiert. Ich habe sie besucht und war sehr beeindruckt.“ Der Superintendent betonte, dass die Religionsfreiheit ein sehr hohes Gut sei. Dieses Gut rechtfertige, weiterhin Gottesdienste feiern zu dürfen. Zimmermann regte auch an, Künstler für Gottesdienste zu engagieren, die ansonsten zurzeit keine Möglichkeit hätten, Geld zu verdienen. Der Superintendent dankte auch allen Presbyterinnen und Presbytern. „Unser Ziel muss sein, Ehrenamtliche zu entlasten und mit viel leichterem Gepäck unterwegs zu sein.“ Er warb auch für eine Zusammenarbeit der unterschiedlichen Ebenen: „Gemeinden und Kreissynodalvorstand können nur gemeinsam und im Vertrauen die Dinge verändern. Je früher wir die Veränderungen anschieben, umso größer ist unser Gestaltungsspielraum.“

Finanzkirchmeisterin Gabriele Orbach warf einen Blick auf das letzte Finanzjahr zurück. Das Bilanzergebnis des Kirchenkreises weist für 2019 einen Überschuss in Höhe von 33.274 Euro aus. Zehn Prozent des Überschusses gehen mit jeweils 1.650 Euro als Spenden an die Dr. Peter Deubner-Stiftung für das Projekt Obdachlosenfrühstück und an die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Der verbleibende Betrag in Höhe von 29.974 Euro wird nach dem Kirchensteuerverteilschlüssel an die Kirchengemeinden des Kirchenkreises verteilt. Die Synodalen beschlossen mit einer Enthaltung einen Doppelhaushalt 2021/2022. Dieser rechnet mit einem Kirchensteuerrückgang von fünf Prozent. Der Haushalt, den Orbach vorlegte, ist für beide Jahre dank Rücklagenentnahmen ausgeglichen. Mit den Rücklagen werden Investitionen in die Zukunft des Kirchenkreises finanziert. Der Haushalt ist im Ergebnis für 2021 mit 1,378 Millionen Euro und für 2022 mit 1,326 Millionen Euro geplant.

Pfarrer Bernhard Ottinger-Kasper, der seit 33 Jahre Pfarrer im Kölner Norden ist und in Chorweiler arbeitet, geht zum 1. Dezember in den Ruhestand. Der Weidener Pfarrer Wolfram Behmenburg trat am 1. Juli in den Ruhestand. Die nächste Synode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord ist für den 13. November 2021 im Schloss Bedburg geplant. Gefeiert werden soll dann auch das Jubiläum „450 Jahre Bedburger Synode“.

 

Stichwort Kirchenkreis Köln-Nord

Dem Kirchenkreis Köln-Nord gehören 17 Gemeinden mit rund 68.000 Gemeindegliedern an. Sie liegen einerseits im Kölner Norden wie die Hoffnungskirchengemeinde in Worringen, im Norden von Niehl und Chorweiler, von Ehrenfeld und Braunsfeld bis zum Rhein im Osten. Andererseits gehören auch die Kirchengemeinden im nördlichen Rhein-Erft-Kreis außerhalb von Köln in Bedburg, Bergheim, Elsdorf und Pulheim zum Kirchenkreis. Die Interessen aller Gemeinden werden im „Parlament“ des Kirchenkreises, der Kreissynode, von derzeit 107 Synodalen vertreten.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann / APK

Der Beitrag „Antisemitismus als Herausforderung für unsere Kirche“ – Nachrichten von der Kreissynode Köln-Nord erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Kreissynoden am heutigen Samstag

Heute tagen zwei der vier Kreissynoden in Köln und Region. Die Kreissynoden leiten den jeweiligen Kirchenkreis, der sich aus den Kirchengemeinden bildet. Die Kreissynoden, die in der Regel ein- bis zweimal jährlich stattfinden, werden in der Zeit zwischen den Tagungen vom Kreissynodalvorstand geleitet. Die Superintendentin/der Superintendent steht diesem vor und ist zugleich Dienstvorgesetze/Dienstvorgesetzter der Pfarrerinnen und Pfarrer.

Zum ersten Mal werden in diesem Jahr alle Sitzungen als Online-Veranstaltungen stattfinden. Am 7. November tagten die Kreissynoden des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte und des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd. Heute, am 14. November die Kreissynoden der Kirchenkreise Köln-Nord und Köln-Rechtsrheinisch.

Die Themen

Auf den Tagesordnungen der Kreissynoden stehen unter anderem die Jahresberichte der Superintendentin Andrea Vogel und des Superintendenten Markus Zimmermann. Es finden Wahlen in mehrere Wahlämter statt. Darüber hinaus werden der Jahresabschluss 2019 sowie Berichte aus den Kirchengemeinden und den zugeordneten Ämtern und Einrichtungen thematisiert. Die Kreissynoden beginnen mit einer Andacht. Im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch wird sie von Pfarrer Dr. Rolf Theobold und im Kirchenkreis Köln-Nord von Pfarrerin Regina Doffing gehalten.

Wer bisher keine Gelegenheit wahrnehmen konnte, eine Andacht im Vorfeld der Kreissynode zu erleben, kann die Andacht von Pfarrerin Doffing in diesem Beitrag sehen.

Auf dieser Homepage werden Sie mit unserer Nachberichterstattung auf dem Laufenden gehalten.

Text: APK
Foto(s): APK

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Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf der Kölner Kirchenbank

In der öffentlichen Wahrnehmung von Christentum und Ökumene, stehen die beiden großen Kirchen, die evangelische und die katholische, in der Regel an erster Stelle. Doch es bemühen sich auch viele andere Kirchen, Religionsgemeinschaften und Konfessionen um das Christentum. Viele von ihnen gehören der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) an, einem Verein, dem seit 2019 der griechisch-orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron als Vorsitzender vorsteht. Es ist das erste Mal in der rund 70-jährigen Geschichte des Vereins, dass ein orthodoxer Christ zum Vorsitzenden bestimmt wurde.

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

In der Reihe „Kölner Kirchenbank“ spricht der Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde Köln mit Sammy Wintersohl über Ökumene, die Hagia Sophia und darüber, welcher Aufgaben sich die ACK annimmt. Unter dem Titel „Was ist die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“, erläutert Constantin Miron, dass die ACK 1948 unter dem Eindruck des verheerenden Weltkriegs entstand. In einer Zeit, als die Vertreter der Kirchen „tun wollten, was getan werden kann“ mit der Zielsetzung die Gedanken zur Ökumene mit Inhalten zu füllen. Heute bilden 25 Kirchen, darunter auch die großen Volkskirchen, die Gemeinschaft, die sich auf örtlicher, auf Länder- und Bundesebene unter anderem die Frage stellt: Wie können wir als Christen eins werden und auch bleiben.“ Zweimal im Jahr finden Mitgliederversammlungen statt, es existiert eine Zusammenarbeit mit dem Innenministerium, und es gibt den Deutschen Ökumenischen Studienausschuss, der theologische Stellungnahmen erarbeitet.

Die AGCK der ehemaligen DDR sei nach der Wiedervereinigung ebenfalls Teil der ACK geworden, so der Erzpriester. Die orthodoxe Kirche ist seit 1974 Mitglied. Und es gebe durchaus in der orthodoxen Kirche immer noch kritische Stimmen zur Ökumene. Doch, so betont der Vorsitzende: „Die Position meiner Kirche und meine eigene ist aber, dass es eine demütige Offenheit geben muss, für alle, die den Namen Christi anrufen und, dass es den Skandal der Trennung der Kirchen nicht mehr geben sollte.“

Wertschätzung aller

Als Vorsitzender der ACK bleibt es nicht aus, sich politisch äußern zu müssen. So stehe die Arbeitsgemeinschaft in regelmäßigem Kontakt und Austausch mit der Bundesregierung, erklärt der Erzpriester und fügt hinzu: „Natürlich ist mein Ohr als orthodoxer Christ auch nach Osten geneigt.“ Wie positioniert ihr euch? –  das sei eine Frage gewesen, die gestellt wurde, als der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan im Frühjahr 2020 verlauten ließ, die Hagia Sophia in Istanbul werde vom Museum wieder zur Moschee. Dieses Vorgehen des Präsidenten kritisierte die ACK. Denn die nun seit Ende Juli zum zweiten Mal stattfindende Islamisierung der bis 1453 wichtigsten Kirche des orthodoxen Christentums, sei „ein deutliches Zeichen“.

„Als die Hagia Sophia ein Museum war, konnten alle Menschen hingehen und die unterschiedlichen Formen der Frömmigkeit über 1500 Jahre hinweg wahrnehmen. Das habe ich als eine salomonische und wertschätzende Lösung empfunden“, erläutert Constantin Miron seine Kritik an der Entscheidung, die Hagia Sophia wieder als Moschee zu nutzen, die auch so in einer Erklärung der ACK formuliert wurde. „Wertschätzung aller“ ist ein Ausdruck, den der Erzpriester auch in Hinsicht auf das Thema interreligiöser Dialog beziehungsweise Ökumene benutzt, denn er ist überzeugt: „Nur so können wir weiterkommen.“

Ökumene in der Zukunft

Es soll auch ein Weiterkommen in dem Bemühen sein, die Ökumene zu den Menschen zu bringen. 2021/22 wird das Jahr der Ökumene ausgerufen. In Hamburg wird im Januar die Gebetswoche für die Einheit der Christen beginnen. Auf dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt im Mai soll in der Innenstadt Ökumene in ihrer ganzen Vielfalt in einer „Stadt der Ökumene“ abgebildet werden. Ob dort ein gemeinsames Abendmahl stattfinde, werde allerdings gerade noch diskutiert, räumte der Theologe ein und erinnerte daran, dass die Corona-Pandemie vermutlich auch im kommenden Mai Pläne zunichtemachen könnte. Abschließend fasst er seine Ziele als Vorsitzender der ACK zusammen: „Es geht immer um das gegenseitige Kennenlernen. Wenn man dann irgendwann von der Kirche Deutschlands spricht und nicht mehr nur die beiden Volkskirchen meint, ist doch schon viel erreicht.“

 

Text: Katja Pohl
Foto(s): APK

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Evangelische Kirche im Kölner Norden wird zur Martinslaterne

Die vermutlich größte Martinslaterne Kölns leuchtet in diesen Tagen an der Stadtkirche in Chorweiler. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der evangelischen Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden haben die Fenster eines verglasten Portals komplett mit buntem Transparentpapier beklebt und lassen sie nachts von starken LED-Lampen durchleuchten.

„Mit seinen 25 Scheiben erinnerte mich das Portal sofort an eine große Martinslaterne“, erzählt Guido Steffen, der als Presbyter und Prädikant in der Gemeinde aktiv ist. „Da dachte ich, man könnte doch tatsächlich eine Riesen-Laterne draus machen, zumal es dieses Jahr keine Martinszüge und wohl auch kein Singen an den Haustüren gibt, was uns gerade für die Kinder sehr leidtut. Wer aus dem City-Center Chorweiler ins Freie tritt, sieht die große Laterne sofort von Weitem – zumindest abends.“

Seit Montagabend leuchtet die riesige Martinslaterne am Pariser Platz im Herzen von Chorweiler. „Die ersten Passanten fanden es sehr schön, wie die bunte Laterne weithin sichtbar über den Platz leuchtet“, berichtet Steffen begeistert. Die Martinslaterne soll für einen Moment ein Leuchten in das Gesicht der Passanten bringen, die daran vorbeigehen. Das wünschen sich die Verantwortlichen in der Gemeinde. So wollen sie ein Zeichen im Dunkel dieser Jahreszeit und dieser schwierigen Monate setzen – ein Zeichen fürs Teilen, für Solidarität, fürs Miteinander. „Das ist die Botschaft von Sankt Martin, und die ist angesichts von Corona wichtiger denn je“, ist Guido Steffen überzeugt.

Die riesige Martinslaterne soll noch bis übers Wochenende die Menschen im Kölner Norden erfreuen und zum Nachdenken anregen. „Dann kommt da was anderes hin“, weiß Steffen. „Meine Frau Judith und ich haben schon eine Idee …“

Text: APK
Foto(s): Guido Steffen

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Gedenkveranstaltungen am 9. November

Heute, am 9. November 2020 erinnern wir uns an die Reichspogromnacht 1938. Sie haben die Möglichkeit, an folgenden Gedenkveranstaltungen teilzunehmen:

Livestream der Synagogen-Gemeinde Köln um 17 Uhr

Die Synagogen-Gemeinde Köln und die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit laden zu einer Gedenkveranstaltung per Livestream ein. Der Geschäftsführer der Synagogen-Gemeinde Köln, David Klapheck, wird die Veranstaltung moderieren. Schülerinnen und Schüler des Dreikönigsgymnasiums Köln, der Kaiserin-Augusta-Schule und der Jüdischen Religionsschule der Synagogen-Gemeinde beteiligen sich am Programm. Unter anderem Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird ein Grußwort sprechen. Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage der Synagogen-Gemeinde.

Musikalischer Gedenkgottesdienst um 18 Uhr

Ein musikalischer Gedenkgottesdienst mit Prädikant Martin Weiler wird um 18 Uhr in der AntoniterCityKirche stattfinden. Die musikalische Gestaltung obliegt Johannes Quack (Orgel) und Ina Stocke (Oboe).

Gedenkgottesdienst mit Gedichten und Musik um 19 Uhr

Ein besonderer Gedenkgottesdienst mit Texten und Musik „gegen das Vergessen“ wird in der Philipp Nicolai-Kirche, Nibelungenstraße 62, 50739 Köln, in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Mauenheim gefeiert. Im Gottesdienst, der vom Arbeitskreis Ökumene und den Schauspielern Gerrit Pleuger und Melchert gestaltet wird, werden Gedichte aus verschiedenen Konzentrationslagern vorgetragen. Der Gottesdienst beginnt um 19 Uhr. Um telefonische Anmeldung wird gebeten: 0221 – 6603225.

Text: APK
Foto(s): Ebels

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