Veranstaltung verschoben: „Strukturwandel gestalten – Ohne Angst in die Zukunft“

Die Coronaschutzverordnung vom 30.10.2020 tritt ab Montag, 2.11.2020 in Kraft. Davon betroffen sind eine Vielzahl der Veranstaltungen der evangelischen Träger in Köln und Region. So auch die Veranstaltung

„Strukturwandel gestalten – Ohne Angst in die Zukunft?!“

Diskussion mit Andreas Büttgen (Buirer für Buir), Reimar Molitor (GF Region Köln/ Bonn e.V.), Simone Drensler (Pfarrerin), Willibert Düster (Umsiedler Epprath) und Michael Eyll-Vetter (Leiter Tagebauentwicklung / RWE Power AG).

Die für den 5. November als Podiumsdiskussion in Kerpen-Sindorf geplante Veranstaltung wird auf das nächste Jahr verschoben. Zu gegebener Zeit werden wir auf die Veranstaltung hinweisen, die sich dem Strukturwandel widmen wird.

Auf unserer Homepage erfahren Sie, welche weiteren Veranstaltungen stattfinden oder abgesagt werden. Obgleich wir unsere Seiten regelmäßig aktualisieren, bitten wir Sie, sich vor einer Teilnahme an einer Veranstaltung auf der Homepage der jeweiligen Träger darüber zu informieren, ob konkrete Termine letztendlich stattfinden.

Hinweise auf spannende Online- und Live-Veranstaltungen finden Sie regelmäßig auf unserer Startseite.

Vielen Dank für Ihr Verständnis. Bitte bleiben Sie gesund!

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Heute 14 Uhr – LIVE auf YouTube und Bibel TV: „Wofür du brennst“ – Reformation 12.0 unter den Bedingungen der Postmoderne

Reformationsfeier am 31.10.2020 um 14 Uhr im Altenberger Dom

Die zentrale Reformationsfeier 2020 des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region findet heute, am Samstag, 31. Oktober 2020, um 14 Uhr, im Altenberger Dom statt. Der Gottesdienst steht unter dem Titel „Wofür du brennst – Reformation 12.0 unter den Bedingungen der Postmoderne“.

Dr. Holger Pyka, Pfarrer in Wuppertal, Karikaturist und Gottesdienstcoach, wird seine Predigt unter das Thema Reformation 12.0 stellen. „Man sagt, die Postmoderne sei „das Ende der großen Erzählungen“. In einer immer weiter atomisierten und digitalisierten Gesellschaft hat niemand mehr die Deutungshoheit über irgendein Thema. Alte Autoritäten bröckeln, Traditionen reißen ab, überlieferte Sicherheiten kommen abhanden“, leitet er in das Thema ein. Doch, was heißt das für die Zukunft der Kirche? Wie lässt sich Gottes Geschichte unter diesen Bedingungen weitererzählen? Geht das überhaupt? Oder sind jetzt die Voraussetzungen günstiger als je zuvor? – diesen Fragen will er nachgehen und so einen neuen Blick auf das Thema Reformation werfen.

Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Blechbläserquintett „Harmonic Brass“ aus München. Mit dabei ist auch Domorganist KMD Andreas Meisner zusammen mit einem Gesangsensemble, bestehend aus Mitgliedern der Domkantorei Altenberg. In der Liturgie wirken Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, Superintendentin Andrea Vogel, Pfarrer Christoph Rollbühler und Pfarrerin Claudia Posche mit. Stephan Santelmann, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, wird ein Grußwort sprechen.

Wegen der Corona-Lage können nur begrenzt viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Gottesdienst in Altenberg besuchen. Die Plätze sind bereits vergeben. Der Gottesdienst wird daher live auf youtube.com/kirchekoeln und dem Fernsehsender Bibel TV (www.bibeltv.de) übertragen.

 

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Kirche2go: „Wer war Martin Luther?“

Kirche2go fragt passend zum Reformationstag: „Wer war Martin Luther?“ – Die Bandbreite der Bezeichnungen für den Mann, der dieses Jahr seinen 534. Geburtstag feiern würde, reichen von Ketzer, Befreiungsheld, Reformator, Kirchenspalter bis zu Rebell. Schnell erzählten und schrieben die Menschen noch zu seinen Lebzeiten Legenden und Mythen über den ehemaligen Mönch aus Wittenberg. Unstrittig ist sicherlich, dass die Reformation eines der folgenreichsten Ereignisse für die Kirche und die Geschichte ist. Das Video Kirche2go „Wer war Martin Luther?“ blickt auf wichtige Stationen aus Martin Luthers Leben.

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Hier der Text des Videos zum Nachlesen:

Auch wenn der Reformator Martin Luther stammt aus dem heutigen Sachsen-Anhalt und wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Sein Lebensweg führte ihn von dort unter anderem nach Magdeburg, Eisenach, Erfurt, Wittenberg, Rom, Köln, Heidelberg, Leipzig, Worms und Marburg. Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther im Alter von 62 Jahren in Eisleben.

Er studierte zunächst Rechtswissenschaften, geriet aber in dieser Zeit in eine Lebenskrise. Der Überlieferung nach geriet er am 2. Juli 1505 in einem schweren Sommergewitter in Todesangst und beschloss, Mönch zu werden. Er wurde Doktor der Theologie und bekam eine Professur für Bibelauslegung in Wittenberg.

Am 31. Oktober 1517 kritisierte Luther den Ablasshandel der Kirche in Deutschland. Damals konnten sich Menschen mit den Ablassbriefen der Kirche angeblich die Sündenvergebung erkaufen. In 95 Thesen sprach sich Luther gegen die Politik der Kirche aus. Dies war der Beginn der Reformation, in deren Folge die evangelische Kirche entstand. 1518 wurde der sogenannte „Römische Prozess“ gegen Luther eröffnet.

Der Reformator beharrte auf seinen Thesen. Um Martin Luther zu schützen, wurde er 1521 auf Anweisung des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen auf die Wartburg entführt. Dort nutzte Luther die Zeit des Wartens und übersetzte das Neue Testament in die deutsche Sprache. Die erste Ausgabe erschien 1522.

Noch während der sogenannten Bauernkriege heiratete der ehemalige Mönch Martin Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Bis zu seinem Tod im Jahr 1546 schrieb der Reformator noch viele Texte, dichtete Kirchenlieder und setzte sich unter anderem für die Umgestaltung des Schulwesens ein.

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Die TelefonSeelsorge war immer erreichbar

20 Prozent mehr Anrufe während des Lockdowns im Frühjahr – Aktuell steigen die Zahlen wieder

Dass Corona Ängste schürt und einsam machen kann, überrascht niemanden. Da ist die Abiturientin, die sich zu Hause nicht konzentrieren kann, der Freiberufler, den Existenzängste plagen, die ältere Dame, deren Alltagsroutinen wie der Café-Besuch wegbrechen: Es gibt viele Gründe, in diesen Zeiten bei der TelefonSeelsorge (TS) anzurufen.

Annelie Bracke, Leiterin der katholischen Einrichtung, und Dr. Dorit Felsch, Leiterin der evangelischen TS, ziehen ein gutes halbes Jahr nach dem Lockdown ein Fazit. „Von März bis Mai ist die Zahl der Anrufe um 20 Prozent gestiegen“, berichtet Annelie Bracke. Corona sei damals in 40 Prozent aller Fälle das Haupt-Thema der Telefonate gewesen. „Wir waren damals wahrscheinlich die einzige Beratungs-Institution, die rund um die Uhr und immer geöffnet war. Wir helfen ja kontaklos“, wirft Dorit Felsch einen Blick zurück.

Angst vor einer Infektion

Im Sommer sank die Zahl der Anrufe wieder auf das normale Niveau. Corona war nur noch in 15 Prozent aller Fälle das vorherrschenden Thema. In den vergangenen Tagen ist wieder ein Anstieg der Anruferzahlen zu verzeichnen. Viele Hilfesuchende leiden unter Schlaflosigkeit, weil sie massive Angst vor einer Infektion haben. „Es tut gut, über die Sorgen zu sprechen. Dann bauschen die sich vor allem nachts nicht so auf. Für diese Gespräche sind wir da“, sagt Dorit Felsch.

„Leute, die sowieso allein sind, sind in diesen Zeiten noch mehr allein“, ergänzt Annelie Bracke. Dorit Felsch lobt den Einsatz der Ehrenamtlichen. Es habe keine Lücken im Dienstplan gegeben. Im Gegenteil: Da viele während des Lockdowns nicht gearbeitet hätten, seien mehr Dienste als sonst doppelt besetzt gewesen. „Es ist für die Ehrenamtlichen ein gutes Gefühl, in diesen Zeiten etwas Sinnvolles tun zu können“, erzählt Annelie Bracke. Jetzt lasse sich allerdings eine gewisse Erschöpfung beobachten. Nicht zuletzt, weil die Gruppenerlebnisse fehlen:

Ausbildung zur Telefonseelsorgerin/zum Telefonseelsorger

„Wir haben unser Sommerfest abgesagt. Auch die Supervisionen fanden lange Zeit nur telefonisch oder online statt.“ Aber es gibt auch einen positiven Aspekt von Corona. Während des Lockdown seien zahlreiche Menschen auf die TS zugegangen nach dem Motto „Ich habe gerade Zeit. Ich könnte drei Monate mithelfen“. „So geht das natürlich nicht“, sagt Dorit Felsch. Eine einjährige Ausbildung sei zwingend nötig. Etliche Bewerber hätten sich dann entschieden, die zu absolvieren.

Ein Ausbildungsjahr in der evangelischen TS beginnt Anfang nächsten Jahres. „Wir freuen uns sehr, dass viele von denen, die Kontakt zu uns aufgenommen haben, sehr gut geeignet sind, bei der Telefonseelsorge mitzuarbeiten“, erklärt Dorit Felsch. Die Finanzierung dieser außerplanmäßigen Ausbildung hat der Evangelische Kirchenverband Köln und Region möglich gemacht. Die katholische TS startet eine Ausbildung nach den Sommerferien 2021.

Bewerben kann man sich schon jetzt. Bewerberinnen und Bewerber sollten mindestens Mitte 20 sein. Ansonsten gibt es keine Altersgrenzen. „Wichtig ist, dass sie bereit sind, Nachtdienste zu leisten“, sagt Annelie Bracke. 15 Stunden sind die Ehrenamtlichen pro Monat in der TS tätig. 13 Stunden am Telefon, zwei in der Supervision. Je 40 Anrufe gehen pro Tag bei beiden Telefonseelsorgen ein. Ein Gespräch dauert im Schnitt 20 Minuten. Zur Zeit engagieren sich 65 Menschen bei der katholischen TS und 72 bei der evangelischen. Dorit Felsch benennt zwei grundlegende Prinzipien der Seelsorge am Telefon: „Ich bin da und versuche zu verstehen. Und ich werfe einen Blick von außen auf die Probleme. Das sind die Angebote, die wir immer machen.“

Kontaktdaten:

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Wochentipps: Reformationsfeier im Altenberger Dom und mehr

Am Samstag feiern wir den Reformationstag mit einer zentralen Reformationsfeier im Altenberger Dom. Die Einhaltung der aktuellen Sicherheitsbestimmungen verhindern leider, dass jede die/jeder der möchte, an der Feier persönlich teilnehmen kann. Die wenigen Plätze sind bereits vergeben. Eine Teilnahme ist dennoch online unter YouTube und über Bibel TV möglich!

Am Sonntag wartet viel Musik von Rhein Erft bis Rhein-Berg auf interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer.


„Wofür du brennst“ – Zentrale Reformationsfeier im Altenberger Dom

Reformation 12.0 unter den Bedingungen der Postmoderne
Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region lädt zur Reformationsfeier mit Gottesdienst und Stunde der Begegnung am Samstag, 31. Oktober, 14 Uhr, in den Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, ein. Holger Pyka, promovierter Theologe und Karnevalist aus Wuppertal, predigt über die Reformation unter den Bedingungen der Postmoderne. Man sagt, die Postmoderne sei „das Ende der großen Erzählungen“. In einer immer weiter atomisierten und digitalisierten Gesellschaft hat niemand mehr die Deutungshoheit über irgendein Thema. Alte Autoritäten bröckeln, Traditionen reißen ab, überlieferte Sicherheiten kommen abhanden. Was das für die Zukunft der Kirche bedeutet, wird bei der zentralen Feier erörtert. Die Liturgie wird von Pfarrer Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, sowie Pfarrerin Andrea Vogel, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, gestaltet. Für die musikalische Gestaltung sorgen das Blechbläserquintett „Harmonic Brass München“ sowie Domorganist und Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner an der Orgel. Wegen der Corona-Lage können nur begrenzt viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Gottesdienst in Altenberg besuchen. Die Plätze sind bereits vergeben. Der Gottesdienst wird daher live auf youtube.com/kirchekoeln und dem Fernsehsender Bibel TV (www.bibeltv.de) übertragen.

Reihe „Bachkantaten“ in der AntoniterCityKirche – Programm mit Werken von Telemann und Bach

„Begnadigte Seelen gesegneter Christen“ ist der Titel der Kantate von Georg Philipp Telemann, die am Sonntag, 1. November, 18 Uhr, in der AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, aufgeführt wird. Unter der musikalischen Leitung von Kirchenmusikdirektor Johannes Quack wirken Ines Vinkelau (Sopran), Ina Stock (Oboe) sowie ein Instrumentalensemble mit. Darüber hinaus kommen Orgelwerke von Johann Sebastian Bach zu Gehör. Pfarrer Markus Herzberg gestaltet die Liturgie dieses Gottesdienstes aus der Reihe „Bachkantaten“ www.antonitercitykirche.de

„Wie können wir Abschied nehmen?“
Musik und Literatur in der Gnadenkirche

Um die Frage „Wie können wir Abschied nehmen?“ geht es am Sonntag, 1. November, 17 Uhr, im Gemeindesaal der Gnadenkirche, Gustav-Heinemann-Straße 28, bei einer Veranstaltung aus der Reihe „Musik und Literatur“. Pfarrerin Sabine Petzke und Helgard Eckardt versuchen, Antworten mithilfe literarischer Texte verschiedener Autoren zu geben. Wolfgang Schulz-Pagel, Kirchenmusiker der Evangelischen Kirchengemeinde Pulheim, spielt dazu passende Musik unterschiedlicher Stilrichtunge. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung im Gemeindebüro unter Telefon 02238/50938 ist erforderlich. www.kirche-pulheim.de

Musikalischer Herbst in Kippekausen – November-Vesper mit barocker Musik

Pfarrer Robert Dwornicki lädt am Sonntag, 1. November, 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr), zur November-Vesper in die Zeltkirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, ein. Auf dem Programm steht instrumentale Triomusik aus der Zeit des Barock. Dazu werden ausgewählte Psalmen gelesen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten.
www.kirche-bensberg.de

Text: APK
Foto(s): Celia Körber-Leupold

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Hilfe zum Sterben – oder Hilfe beim Sterben?

Podiumsgespräch am Freitag, 30. Oktober 2020, um 19 Uhr im Haus der Evangelischen Kirche in Köln

Beihilfe zum Suizid ist seit dem Frühjahr in Deutschland erlaubt. Im Februar hat das Bundesverfassungsgerichts dies so entschieden. Noch vor fünf Jahre hatte das Gericht eine „Beihilfe zum Suizid“ als Straftat dargestellt. Wer sein Leben beenden möchte, hat heute durch die neue Gesetzeslage das Recht auf Hilfe zur Selbsttötung.

Doch das neue Urteil zur Sterbehilfe erfährt zugleich Zustimmung und Ablehnung. Einerseits soll es schwerstkranken Menschen, für die es keine Heilungschancen mehr gibt, helfen, ihr Leben zu beenden. So soll weiteres Leid erspart werden. Andererseits gibt es begründete ethische Bedenken. Die Aussicht auf Sterbehilfe könnte zum Beispiel Druck auf alte und schwerstkranke Menschen ausüben, die ihren pflegenden Angehörigen nicht zur Last fallen wollen. Ärztinnen und Ärzte sehen ihre Aufgabe darin, Leben zu erhalten – dem steht aber die Beihilfe zum Suizid entgegen. Expertinnen und Experten, Politik und Kirchen warnen vor diesen Gefahren.

Sollten wir einander bestärken und begleiten, auch schwerste Leidenswege bis zum Ende zu durchschreiten? Kann Sterbehilfe ein Akt der Nächstenliebe sein? Über diese und weitere Fragen werden beim Podiumsgespräch am 30. Oktober 2020 um 19 Uhr im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäuserwall 9-11, 50678 Köln folgende Personen diskutieren:

  • Manfred Kock, Präses i.R. der Evangelischen Kirche im Rheinland, EKD-Ratsvorsitzender i.R. und Kurator der Stiftung Allgemeinmedizin
  • Lukas Pieplow, Fachanwalt für Strafrecht
  • Anne Schneider, Buchautorin. Mit ihrem Ehemann Nikolaus Schneider, ehemals Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschlands, schrieb sie „Vom Leben und Sterben“ (2019)

Moderiert wird der Abend von Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon Akademie Köln.

Der Abend wird von der Melanchthon Akademie und der Stiftung Allgemeinmedizin veranstaltet. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich. Kontakt und weitere Informationen finden Sie unter: www.melanchthon-akademie.de, Tel. 0221 / 931 803-0, E-Mail anmeldung@melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Kirche2go: Warum zahle ich Kirchensteuer?

Wo geht eigentlich die Kirchensteuer hin? Und warum wird sie vom Staat eingezogen? Was mit dem Geld der Kirchensteuerzahler passiert, erläutert Pfarrer Nico Ballmann in Kirche2go. Dabei erklärt er, dass unsere deutsche Kirchensteuer zwar als Konzept durchaus ungewöhnlich ist, allerdings eben auch vielen Menschen zugutekommt. Denn nicht nur die Pfarrstellen werden auf diese Weise finanziert, sondern, so berichtet Nico Ballmann: „Die Kirchensteuer sorgt auch dafür, dass wir Kinder- und Jugendarbeit auf die Beine stellen können, uns um unsere Senioren kümmern. So profitieren am Ende alle Generationen davon, dass die Steuerzahler etwas von ihrem Geld an unsere Institution abgeben. Und wir können so wirklich etwas für die Menschen tun.“ Dabei nutzt Nico Bollmann in dieser Folge Kirche2go die Gelegenheit, dafür seinen Dank auszusprechen – an die Menschen, die nach wie mit ihrer Kirchensteuer Gutes tun.

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Die Kirchensteuer ist, glaube ich, eines der großen Streitthemen oder eines der Themen, die immer auch gerne vorgeworfen werden. Wie kommt eigentlich die Kirche dazu, Steuern einzuziehen? Das ist doch eigentlich eine staatliche Aufgabe, und wenn man im ersten Blick draufschaut, hat man recht. Das ist schon echt ungewöhnlich. In Deutschland sind wir eines der ganz wenigen, und ich glaube sogar das einzige Land, in dem es Kirchensteuern gibt.

Wenn man auf den zweiten Blick draufschaut, merkt man, die Kirchensteuer ist eigentlich erst mal nur ein Mitgliedsbeitrag. Das heißt, Menschen, die der Kirche zugehörig sind, die dort teilhaben, die geben etwas von ihrem Erwirtschaften, von ihrem Gehalt ab. Und seit 1919 hat die Kirche einen Vertrag mit dem Staat, der besagt, dass wir den den Staat dafür bezahlen, dass er diese Mitgliedsbeiträge für uns einzieht. Das ist also kein Geschenk des Staates an die Kirche oder so, sondern das ist ein ganz normales Verfahren, das übrigens auch jede andere Religion, die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, machen darf.

Aber was passiert eigentlich mit diesen Kirchensteuern? Wir in der evangelischen Kirche versuchen, an jeder Stelle immer darauf zu achten, dass wir mit den Beträgen, die wir bekommen, verantwortlich umgehen. Und so ist zum Beispiel alles, was hier gerade irgendwie so bei mir sichtbar ist, inklusive mir, inklusive der Menschen, die hinter der Kamera stehen. Das ist alles Kirchensteuer finanziert. Und nicht nur das: Auch alle anderen Projekte, alles, was wir so tun an Seniorenarbeit, Jugendarbeit, Kinderarbeit, all die wunderbaren Dingen, die wir versuchen, für die Menschen zu machen, haben ihre Basis in Geldern – und zwar in der Kirchensteuer.

In diesem Sinne sind wir sehr dankbar, dass es noch so viele Menschen gibt, die sagen: Ich gebe bereitwillig gerne etwas von dem, was ich habe, weil ich gut finde, was die Evangelische Kirche da macht. Natürlich gelingt nicht alles, natürlich werden auch hier und da Gelder für Dinge ausgegeben, für die sie eigentlich nicht ausgegeben werden sollten, aber ich habe zumindest das große Zutrauen dazu, dass viele sehr sorgsam damit umgehen, und wir uns immer sehr reiflich überlegen, was wir damit tun. Von daher vielleicht an dieser Stelle einmal vielen Dank, dass Sie das mitfinanzieren. Dass Sie mitfinanzieren, dass wir Evangelium in der Welt verkündigen können!

Text: APK/Katja Pohl
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Marcel Thelen ist neuer Leiter der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Köln und Region

Marcel Thelen ist neuer Leiter der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Anfang Oktober wurde der Diplom Psychologe in einem Gottesdienst in der Antoniterkirche von Superintendentin Susanne Beuth und Pfarrer i.R. Wolfgang Jacobs in sein neues Leitungsamt eingeführt. Thelen tritt die Nachfolge von Dr. Juliane Arnold an. Die Psychologin leitete 26 Jahre die Evangelische Beratungsstelle. In diesem Jahr wechselte sie als Psychologische Leiterin der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung in der Evangelischen Kirche im Rheinland nach Düsseldorf. Die Evangelische Beratungsstelle Köln verfügt über Standorte in der Kölner Innenstadt, Frechen und Bergisch Gladbach-Bensberg.

Der Gottesdienst und anschließende Empfang im neuen AntoniterQuartier fanden aufgrund der Pandemie im kleinen, „familiären“ Rahmen statt. Der Kreis der geladenen Gäste setzte sich aus hauptamtlichen Mitarbeitenden der Beratungsstelle, Mitgliedern des Fachausschusses für Beratung im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, Leitenden verschiedener Einrichtungen sowie Vertretenden von Kooperationspartnern zusammen.

„Achten Sie auf sich selber!“, sagte Ulrike Grave-Herkenrath, stellvertretende Vorsitzende des Verbandsfachausschusses dem neuen Leiter der Beratungsstelle – und versicherte ihm die Unterstützung des Ausschusses und seines gesamten Teams. „Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen.“ weiter warb Grave-Herkenrath für einen partnerschaftlichen Umgang, ein gemeinsames Kümmern um Ratsuchende von Beratungsstelle und Kommune – gerade auch im Hinblick auf die dringend notwendige finanzielle Unterstützung der evangelischen Einrichtung.

Susanne Beuth, die als stellvertretende Stadtsuperintendentin für den Fachausschuss zuständig ist, predigte im Gottesdienst über einen Text aus Apostelgeschichte 6. In dieser Geschichte stehe so vieles, das für die Arbeit in einer Gemeinde und auch in einer Beratungsstelle eine hohe Relevanz habe. Konflikte gehörten einfach zum Leben. Aber es sei auch wichtig, dass jemand Probleme anspreche. In dem biblischen Text hatten die zwölf Apostel die schnell gewachsene Gemeinde zusammengerufen, um ein Problem bei der Verteilung von Lebensmitteln zu lösen. Sie hätten die Gemeinde überzeugt, dass nicht sie, sondern andere sich darum kümmern und die Aufgabe meistern könnten.

„Die Zwölf nehmen die davon Betroffenen mit“, und hätten alle aufgerufen, diejenigen zu suchen, denen sie vertrauen würden. Auch in der Beratung müssten die Ratsuchenden selbst zur Problemlösung beitragen, stellte Beuth einen direkten Bezug her. Es sei immer notwendig, gemeinsam Wege und Lösungen zu suchen. Dass die Zwölf überdies betont hätten, nicht alles machen zu können und zu wollen, bezeichnete die Superintendentin als vorbildhaft. Andere um Hilfe zu bitten sei nicht immer leicht. Delegieren verlange Vertrauen in die Fähigkeiten der anderen. In der Kirche seien viele unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen, werde der Verschiedenheit Raum gegeben. Auch in den Beratungsstellen arbeiten multiprofessionelle Teams mit verschiedenen Kompetenzen zusammen, um Ratsuchenden zuzuhören und ihnen individuell zu helfen. Der Tradition des Kirchenverbandes folgend, bat Beuth um den Segen Gottes für den neuen Leiter und die Mitarbeitenden an den Standorten: „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Richtigen gefunden haben.“

Aufgewachsen ist Marcel Thelen in der Eifel. Nach dem Abitur am Gymnasium in Steinfeld studierte er in Köln ein Psychologie. Schon in dieser Zeit ließ er sich zum Therapeuten und Supervisor in der Marte Meo Methode ausbilden, die sich an der natürlichen Entwicklung des Menschen orientiert. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 2013 arbeitete Thelen in unterschiedlichen Bereichen der Jugendhilfe und Schulpsychologie. Von 2015 bis Mitte 2019 war Thelen, der auch Systemischer Therapeut ist, im Psychologischen Beratungszentrum der Evangelischen Gemeinde Düren mit dem Schwerpunkt Jugend- und Familienberatung tätig. Juli 2019 wechselte er in die Evangelische Beratungsstelle in Köln.

„Ich hätte vor einem Jahr nicht gedacht, dass ich hier stehe“, gestand Thelen auf dem Empfang. Das neue Amt versteht er als Herausforderung, die das Leben mit sich bringt. Es sei nicht sein Plan gewesen, die Leitung zu übernehmen. Aber sein Arbeitsfeld habe sicher mit familiären Prägung zu tun: Seine Mutter, eine Heilpädagogin, ist seit vierzig Jahren im Hermann-Josef-Haus in Urft tätig, einer Einrichtung für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Sein Vater war Sonderschullehrer.

Er habe seine Bewerbung auf die Leitungsstelle bei den Kolleginnen und Kollegen transparent gemacht und von allen Kolleginnen udn Kollegen Unterstützung erfahren, berichtet Thelen weiter. „Ich konnte Strukturen kennenlernen und Einblicke erhalten“. Beratung und Seelsorge verfügen aus seiner Sicht über eine große Nähe. Darin sieht er eine „total fruchtbare Verbindung“ in der Arbeit der Beratungsstelle. Beratung von Menschen gehört für ihn zum evangelischen Profil. Kirche habe die besondere Möglichkeit, auch Beratung in Ehe- und Lebensfragen anzubieten. Dies sei ein hohes Gut, das von Ratsuchenden als sehr wichtig empfunden werde.

In der Leitungsfunktion ist Thelen nicht nur mit Verwaltungsaufgaben betraut. Unverändert wird er auch beratend tätig sein, vor allem in der Erziehungs-, der Ehe- und Lebensberatung: „Ich schätze alle Bereiche, mag die Abwechslung und Vielfältigkeit.“ Wichtig ist ihm, Beruf und Privatleben zu trennen. Selbstfürsorge hält er für unerlässlich. Dazu zählen für ihn auch sportlicher Ausgleich und regelmäßige Besuche in der Eifeler Heimat.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Kirche2go: Wie sehen eigentlich Pfarrerinnen und Pfarrer aus?

Wie stellen wir uns eigentlich einen Pfarrer oder eine Pfarrerin vor? Im Talar und mit ernstem Gesicht? Mit dem Satz: „Die sehen doch ganz anders aus als du!“ wurde Pfarrerin Laura Kadur aus Köln-Weiden konfrontiert. Bei Kirche2go spricht sie darüber, dass gerade Pfarrerinnen und Pfarrer oft mit Rollenklischees und bestimmten Erwartungen ihres Gegenübers konfrontiert werden von denen sie tunlichst nicht abweichen sollten. Dabei findet sie gerade die Vielfalt und das Bunte in der evangelischen Kirche spannend und vor allem: Ein Gespräch wert. Wer im Pfarrer und der Pfarrerin auch mal den Menschen hinter dem Amt sieht, so sagt sie, entdeckt mit Sicherheit viele Facetten über die sich ein Austausch lohnen würde. Das könnte interessant und überraschend werden. Und es ist sicherlich einen Versuch wert.

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Pfarrer und Pfarrerinnen: Wie sehen die eigentlich aus? Wenn ich hier so sitze, in der Kirche, dann, wenn man mich so sieht, dann denkt man vielleicht gar nicht dass ich Pfarrerin bin, weil ich vielleicht gar nicht so dem Bild entspreche, das man von einer Pfarrerin hat oder von einem Pfarrer. Man denkt vielleicht an ältere Männer mit weißem Bart und dem schwarzen Talar. Aber, dass es irgendwie noch so ein normales Leben gibt, und, dass wir so rumlaufen in normalen Klamotten und wir eigentlich auf der Straße überhaupt nicht erkannt werden, das ist einerseits gut für uns und andererseits zeigt das auch die Vielfältigkeit des Pfarrberufes. Dass man schnell in so Rollenklischees reingedrückt wird, wenn man diesen Beruf macht, oder dass auch einige mich angeguckt haben und gesagt haben: „Was? Du bist Pfarrerin? Das hätte ich jetzt aber nicht gedacht. Die sehen doch ganz anders aus. Oder: Die sind doch gar nicht tätowiert, oder das dürfen die doch alles gar nicht und so. Und ich finde das ein bisschen verrückt, weil ich oft das Gefühl habe, dass viele Menschen so bestimmte Berufsgruppen, die sehen so aus und da darf man auch bitte nicht abweichen von. Spannend ist eigentlich nur dabei, dass genauso ein buntes Aussehen und so ein vielfältiges Aussehen ein unheimlicher Gesprächsöffner ist für Menschen. Also die hören manchmal einen am Telefon und haben ein ganz anderes Bild, und wenn ich dann vor denen stehe, dann denken die: Ach, das ist ja verrückt. Oder wie gut, dass du da bist, so, mit dir kann ich noch mal anders reden, oder du bist jünger, oder du ziehst dich, ich fühl mich dir irgendwie näher, weil du halt irgendwie mir von der Kleidung eher näher bist oder wie auch immer, und das finde ich extrem gut. Und je vielfältiger und bunter der Pfarrberuf ist, desto besser. Auch wenn man uns als Evangelische nicht so auf der Straße erkennt, trotzdem, guckt doch einfach mal wie eure Pfarrerin so in der Freizeit rumläuft, das verrät euch einiges und macht auf jeden Fall Lust auf ein offenes Gespräch.

Text: APK
Foto(s): APK

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Energiewende im rheinischen Revier ist auf dem Weg – Podiumsdiskussion in der Friedenskirche in Bedburg

„Jeder muss Verantwortung für seine Steckdose übernehmen.“ – Diese Aussage war eine der zentralen Forderungen bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Alternative Energien – Wie geht regionale Energieerzeugung?“ am Donnerstagabend im Evangelischen Gemeindezentrum der Friedenskirche in Bedburg. Die Zahl der Gäste vor Ort war virenbedingt überschaubar, jedoch nah am räumlichen Limit des Saales. Gleichzeitig konnten Zuschauerinnen und Zuschauer den Abend und die Diskussionen live im Video auf Facebook verfolgen.

Auch Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Superintendent Markus Zimmermann hatten es sich nicht nehmen lassen, nach Bedburg zu kommen. Moderator Sammy Wintersohl begrüßte Marie-Luise Schaller, Projektkoordinatorin für Innovations- und Strukturwandelprojekte im Zukunftsgebiet Energie und Industrie bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, Sascha Solbach, Bürgermeister von Bedburg, Jens Edler-Krupp, Leiter Onshore Wind Deutschland bei RWE Renewables, Ulrich Bemman, Leiter Erneuerbare Energien bei der Rheinenergie AG, und Gebhard Müller, seit fast 20 Jahren Pfarrer an der Friedenskirche.

In ihrem Eingangsstatement verwies Marie-Luise Schaller auf zahlreiche Projekte im Energiebereich, die von der Zukunftsagentur angestoßen wurden. „Bedburg ist sehr bekannt mit dem Windpark auf der Königshovener Höhe. Das sind Gemeinschaftsprojekte mit großen Firmen. In kleineren Projekten tun sich Bürger zusammen, und wichtig ist, Energie aus verschiedenen Quellen intelligent, smart zu nutzen: Intelligente Netze auch im privaten Bereich. Aber auch alte und neue Gewerbegebiete können smart gebaut oder umgewandelt werden.“ Schaller erinnerte an das Gigawatt-Konto aus erneuerbaren Energien im rheinischen Revier. Jeder sei aufgerufen, auf dieses Konto einzuzahlen.

Solbach nannte Bedburg als die Stadt mit den anteilmäßig meisten RWE-Mitarbeitern von 21 Anrainer-Kommunen. „Wir haben deshalb besonders schnell und besonders heftig den Auftrag, zu zeigen, dass der Wandel möglich ist. Wir brauchen Blaupausen und müssen den Menschen auch Ängste nehmen.“  Der Windpark sei schon beschlossen worden, als er 2014 erstmals Bürgermeister wurde. Jetzt gelte es, diesen Park für die Stadt zu nutzen. Es sei nicht genug, den Strom aus den Windrädern ins überregionale Netz zu einzuspeisen. Es gehe um die lokale Nutzung. Der Bürgermeister sieht seine Stadt auf einem guten Weg. Vor drei Jahren habe man die erste Brennstoffzellensiedlung eröffnet. Jetzt plane man eine Siedlung, die an 365 Tagen im Jahr ausschließlich mit Strom aus dem Windpark versorgt werden soll.

Die Menschen sollen ressourcenschonend bauen. Das wird vertraglich festgelegt. „Wir wollen zeigen, dass das auch wirtschaftlich darstellbar ist“, verliert Solbach auch die ökonomischen Zwänge nicht aus dem Blick. Auf der Königshovener Höhe will er in Zukunft „grünen Wasserstoff“ produzieren. Der könnte dann auch Energie liefern für den Mobilitätssektor. „Wenn grüner Wasserstoff die Braunkohle der Zukunft wird, schaffen wir für die Menschen hier Perspektiven und Arbeitsplätze. Unsere Region hat die Energie DNA und wir haben jede Menge hochqualifizierte Leute.“ Wenn die Energiewende in der Region gelinge, werde das ausstrahlen in die Republik.

Jens Edler-Krupp nannte die Energiewende ein mittel- bis langfristiges Projekt. Es gehe immer darum, die regionale Versorgung zu sichern. Gleichzeitig müsse jedes Unternehmen, um zu überleben, darauf bedacht sein, Geld zu verdienen. Der Leiter Onshore Wind Deutschland bei RWE Renewables hofft auf den Mut vieler, neue Konzepte in kleinen Schritten umzusetzen. Als Beispiel nannte er die schon angesprochene ressourcenschonende Siedlung in Bedburg. Ulrich Bemman wies darauf hin, dass das rheinische Revier weiterhin eine wichtige Energieversorgungsregion für Metropolen wie Köln und Düsseldorf bleiben sollte. Zwar könne man in den Städten noch mehr Photovoltaik-Anlagen auf Dächer setzen. Aber dort sei der Platz endlich.

An den biblischen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, erinnerte Pfarrer Müller. Aufgabe der Kirchengemeinde müsse sein, Bewusstsein zu verändern. Der Pfarrer forderte plakativ: „Jeder muss Verantwortung für seine Steckdose übernehmen.“ Bürgermeister Solbach erzählte, dass es viele Interessenten für die 130 Grundstücke in der ressourcenschonenden Siedlung gegeben habe. Deren Strombedarf werde zu 100 Prozent aus Erneuerbarem gedeckt. Solbach verwies auf den KfW-Wert, der vorgegeben sei. Standard sei ein Wert von 55, in der ressourcenschonenden Siedlung werde man 40 erreichen. Der KfW-Wert ist ein Maßstab für die Energie-Effizienz eines Hauses. Je niedriger er liegt, umso effizienter wurde gebaut.

Jens Edler-Krupp war wichtig, dass die Energiepreise in besagter Siedlung nicht höher sind als der Grundtarif. Das hat Solbach im Blick: „Die Vermarktung der Grundstücke läuft gut.“ Bemman ging ein auf den Begriff „energieeffiziente Quartiere“. „Das können Siedlungen sein, aber auch Gewerbegebiete.“ Man könne Quartiere als geschlossene Systeme betrachten, in denen die überflüssige Abwärme eines Akteurs zum Heizen bei einem anderen Akteur genutzt werde. „Man muss natürlich gucken, dass das volkswirtschaftlich sinnvoll ist.“ Edler-Krupp nannte synthetische Kraftstoffe als einen Weg, die Mobilitätswende anzugehen. Als weiteres Beispiel zählte er Wasserstoffzüge auf, die bereits in Niedersachsen führen.

Marie-Luise Schaller warb weiter für die Verbindung von Energiebereichen. „Aus überzähliger Windkraft könnte man Wasserstoff für Busse erzeugen.“ Windkraft habe mit dem Problem zu kämpfen, dass die Stromnetze nicht beliebig ausbaubar seien. Im rheinischen Revier seien die Netze traditionell gut ausgebaut. Edler-Krupp verwies auf Schleswig-Holstein. „Immer, wenn die Netze überlastet sind mit Windkraft, werden die Anlagen abgeschaltet. Vor allem bei Starkwind. Im Norden stehen manche Anlagen 60 Prozent der Zeit still.“ Da habe das rheinische Revier einen entscheidenden Standortvorteil.

Pfarrer Müller berichtete von gespaltenen Lagern in seiner Gemeinde. Es gebe RWE-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Braunkohlegegnerinnen und Braunkohlegegner. „Unsere Aufgabe ist es, die Menschen zusammen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Es darf nicht sein, dass man sich über die Andersdenkenden lustig macht.“ Gespräche lautete denn auch das Stichwort für Solbach. „Wir versuchen schon länger, Vertrauen in den Wandel aufzubauen. Neue Ideen wurden immer wieder vorgestellt. Wir hatten eine Wahnsinnsdiskussion im Stadtrat wegen der Erweiterung des Windparks.“

Bemman warb für Regionalstrom als ein Konzept in der Energiewirtschaft. Dieser Strom bestehe aus Ökostrom, der nicht weiter als 50 Kilometer von Köln entfernt produziert werde. „Bisher reichen unsere Anlagen aus für die Nachfrage. Wächst die, geraten wir natürlich unter Druck, die Anlagen für erneuerbare Energien auszuweiten.“ Solbach hatte hierzu zwei Zahlen zur Hand, die manchen überraschten: „In Köln werden zwei Prozent aller Dächer für Photovoltaik genutzt, in Bedburg sind es 20 Prozent.“ Auch Marie-Luise Schaller hatte auch eine Zahl parat: Die Region bekommt in den nächsten Jahren 15 Milliarden Euro Unterstützung, um den Ausstieg aus der Braunkohle abzufedern. 2024 werden die ersten großen Kraftwerksblöcke stillgelegt. Dann sollen erste Arbeitsplätze dank der Förderung entstanden sein. Gerade werden Ideen geprüft. „Wichtig ist“, so Solbach, „dass wir uns nicht in epischen Prozessen verzetteln.“ Der Innovationswille in der Region sei sehr stark.

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Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann/APK

Der Beitrag Energiewende im rheinischen Revier ist auf dem Weg – Podiumsdiskussion in der Friedenskirche in Bedburg erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.