„Gründung eines Ambulanten Pflegedienstes“ – Studierende der TH Köln entwerfen Konzepte mit innovativen Ideen

Schon zum dritten Mal kooperiert die Technische Hochschule Köln (TH Köln) mit der Diakonie Michaelshoven und möchte Studierenden die Möglichkeit geben, lebensnahe Themen praxisorientiert anzugehen. Uwe Ufer, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Michaelshoven, ist Lehrbeauftragter an der TH Köln und leitete zum dritten Mal das Seminar „Unternehmensführung in Non-Profit Organisationen“.

Seminar: Unternehmensführung in Non-Profit Organisationen

Die insgesamt 21 Studierenden, die das Seminar belegt haben, beschäftigten sich in zahlreichen Vorlesungen, die coronabedingt digital abgehalten wurden, mit den Grundlagen der Betriebswirtschaft, des Sozialrechts und den spezifischen Managementherausforderungen in Non-Profit Unternehmen.

Statt einer Abschlussklausur hatten die Studierenden die Aufgabe, im Rahmen einer sechswöchigen Hausarbeit, ein Entrepreneur durchzuführen. Die Aufgabe bestand darin, einen ambulanten Pflegedienst zu gründen. Neben allen gängigen BWL-Methoden sollten auch die sozialrechtlichen Herausforderungen und die Finanzierungsfrage gelöst werden. Außerdem wurde die besondere Unternehmensidee ausgearbeitet.

Beim Abschlusstreffen in der Diakonie Michaelshoven trafen sich die Studierenden mit ihrem Dozenten, Uwe Ufer und Christian Potthoff, Geschäftsführer der Altenhilfe Michaelshoven, der ihnen während ihrer Arbeit fachlich und inhaltlich zur Seite stand. Viele Ideen rund um die Gründung eines Pflegedienstes drehten sich dabei um das Ziel, älteren Menschen aus der Einsamkeit zu helfen.

Mit digitalen Medien aus der Einsamkeit helfen

Dabei spielte der Einsatz von digitalen Medien eine große Rolle. Insgesamt lobte Uwe Ufer die Studierenden für ihren Fleiß und die guten Ideen, die auf der Basis des in den Vorlesungen vermittelten Wissens sehr gut in den Arbeiten dargestellt wurden. „Alle Studierende haben die BWL-Skills so angewendet, dass die Bedarfe der Menschen im Mittelpunkt stehen und das mit vielen kreativen Ideen“, sagte Uwe Ufer. „Die Studierenden fanden das Thema sehr spannend und die sechswöchige Ausarbeitung der Hausarbeit hat ihnen Spaß gemacht.“

Text: Diakonie Michaelshoven
Foto(s): Diakonie Michaelshoven

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Zweifache Auszeichnung für Oberarzt Dr. med. Elvin Piriyev

Dr. med. Elvin Piriyev, Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am EVK Köln Weyertal, wurde in diesem Jahr gleich zwei Mal für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet. Preiswürdig war seine Dissertation von 2020 mit dem Thema „Comparison of aspirating pipettes and hysteroscopy with curettage in the diagnosis of bleeding disorders and/or sonographically conspicuous endometrium in pre-, peri- and postmenopausal patients“, d.h. „Vergleich von Aspirationspipetten und Hysteroskopie mit Kürettage bei der Diagnose von Blutungsstörungen und/oder sonografisch auffälligem Endometrium bei Patientinnen in der Prä-, Peri- und Postmenopause“.

Die Niederrheinisch-Westfälische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (NWGGG) verlieh Dr. med. Elvin Piriyev jetzt ihren Wissenschaftspreis 2021 für den zweiten Teil der Doktorarbeit. Hier lag der Focus auf der Patientinnengruppe mit malignen und prämalignen Befunden.

Hans-Joachim-Lindemann-Preis 2021

Bereits im März dieses Jahres erhielt Dr. med. Elvin Piriyev den Hans-Joachim-Lindemann-Preis 2021. Dieser wird jährlich für innovative klinische und experimentelle Arbeiten im Bereich der gynäkologischen Endoskopie von der AGE Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie vergeben.

Der Preisträger kam 2012 im Rahmen eines Stipendienprogramms aus Aserbaidschan nach Deutschland. Heute arbeitet er als Oberarzt unter seinem Doktorvater Prof. Dr. med. Thomas Römer, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am EVK Köln Weyertal. Römer war übrigens selbst Schüler Lindemanns, des deutschen Gynäkologen mit internationalem Renomée. Prof. Dr. med. Hans Joachim Lindemann gilt als Begründer der modernen Hysteroskopie, d.h. der Gebärmutterspiegelung.

Text: EVK Köln Weyertal/APK
Foto(s): Anja Pahl/EVK Köln Weyertal

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Kirche2go fragt: „Was ist Diakonie?“

Das sogenannte „Kronenkreuz“ ist das Logo der Diakonie. Wir sehen es und assoziieren es nahezu selbstverständlich mit Einrichtungen, die für die Menschen da sind. Doch was steckt eigentlich hinter dem Namen „Diakonie“ und welches Selbstverständnis transportiert es? Kirche2go fragte nach: Das Wort „Diakonia“ hat seinen Ursprung im Altgriechischen und beschreibt die vielen Möglichkeiten, Menschen zu helfen. Aber, das ist nicht die einzige Rolle, die Diakonie hat. Im heutigen Video erfahren Sie mehr.

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Der Text zum Nachlesen:

Kirche2go fragt: „Was ist die Diakonie?“ Für die einen sieht es aus wie ein Geschenk in blau auf weiß, für die anderen ist es das sogenannte Kronenkreuz. Mit diesem Logo ist die Diakonie in Deutschland an vielen Orten sichtbar und gut erkennbar. Hilfe für Menschen in Not und in sozial ungerechten Verhältnissen ist für Christinnen und Christen eine ständige Verpflichtung. Für sie gehören der Glaube an Jesus Christus und die praktizierte Nächstenliebe zusammen. Das kommt auch im Wort „Diakonie“ zum Ausdruck. Der Begriff „Diakonia“ kommt aus dem altgriechischen. Er beschreibt die vielen Möglichkeiten, einem anderen Menschen zu helfen, um zu Dienen.
„Jede Arbeit soll zuerst mit dem Herzen, dann mit den Händen oder mit der Zunge geschehen.“ Dieser Leitspruch stammt von Johann Hinrich Wichern. Er gilt als der Vater der organisierten Diakonie im Jahr 1848. Die Diakonie ist heute der soziale Dienst der Evangelischen Kirche. Die Diakonie versteht ihren Auftrag als gelebte Nächstenliebe und setzt sich für Menschen ein, die am Rande der Gesellschaft stehen, die auf Hilfe angewiesen oder benachteiligt sind. Zehn Millionen Menschen erhalten zum Beispiel Betreuung, Beratung und Pflege von der Diakonie. Mehr als eine Million Menschen arbeiten hauptamtlich oder ehrenamtlich in der Diakonie. Außerdem versteht sie sich als Anwältin der Schwachen und benennt öffentlich Ursachen von sozialer Not gegenüber Politik und Gesellschaft.
Die Diakonie in Deutschland arbeitet gemeinnützig. Das heißt, wenn diakonische Einrichtungen Überschüsse erwirtschaften, werden diese wieder in die Arbeit für die Menschen investiert. Die Finanzierung der einzelnen Aufgaben ist sehr unterschiedlich. So werden zum Beispiel Aufgaben der Kranken- oder Altenversorgung in der Regel von Kranken- oder Pflegekassen bezahlt. Die diakonischen Einrichtungen übernehmen dabei gesellschaftliche Aufgaben, die allen zugutekommen. Allerdings werden selten die gesamten Kosten übernommen, daher braucht die Diakonie immer wieder Zuschüsse aus Kirchensteuern, Spenden oder auch Kollekten in den Kirchengemeinden.

Text: APK
Foto(s): APK

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Neues Begegnungszentrum an der Auferstehungskirche – Paula-Dürre-Haus

Dass mal ein Haus nach ihr benannt wird, hat man Paula Dürre wohl nicht an der Wiege gesungen. Aber es ist tatsächlich passiert. Der neue Anbau an die Ostheimer Auferstehungskirche heißt nun offiziell Paula-Dürre-Haus. Vor allem den älteren Ostheimer Gemeindegliedern war Paula Dürre gut bekannt.

Paula Dürre

Sie betrieb ein kleines Schreibwarengeschäft im Veedel an der Rösrather Straße. Da sie keine Nachkommen hatte, vererbte sie 1967 ihr Zweifamilien-Häuschen der Gemeinde mit der Maßgabe, die Immobilie für bedürftige ältere Menschen zu nutzen. In einem Festgottesdienst, in dem die Fertigstellung des neuen Senioren-Begegnungszentrums gefeiert wurde, forderte Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning die Ostheimer und -heimerinnen auf: „Machen Sie die Angebote im Zentrum zu Ihren Angeboten. Jeder soll das Gefühl haben: Das ist ein Haus für mich.“ Und weiter: „Für dieses Haus stand ein Presbyterium ein, das die Bedürfnisse der älteren Menschen fest im Blick hatte“, fuhr die Pfarrerin fort.

Bauarbeiten

Fest im Blick hatte die Bauarbeiten Wilfried Voigt. Er fungierte ehrenamtlich als Baubeauftragter des Presbyteriums und war im Prinzip jeden Tag vor Ort. Und vor dem Computer. „Ich habe schätzungsweise 1.300 Mails während des Bauprojekts gelesen“, erinnerte er sich. Und verwies auf die Alternativlosigkeit des Anbaus. „Die Auferstehungskirche wurde in den 50er Jahren gebaut. Sie ist nicht barrierefrei. Die Älteren konnten an vielen Veranstaltungen nicht teilnehmen. Es gab keine Sanitäranlagen.“ Das wird jetzt alles anders. Seiner Bestimmung übergeben wurde ein barrierefreier Anbau an die Kirche mit 160 Quadratmetern nutzbarerer Fläche.

Barrierefreier Anbau

Errichtet wurde er in Holz-Fertigbauweise. Das Haus ist eingeschossig, und nicht unterkellert. Es besitzt ein Flachdach. Der Veranstaltungsraum im Anbau hat 45 Quadratmeter. Es gibt einen Beratungsraum, eine Küche, Toiletten und etliche Versorgungsräume. Die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung wurde im Rahmen des Neubaus auch bei den Bestandsgebäuden erneuert und reguliert. Nicht ohne einen gewissen Stolz wies Voigt darauf hin, dass man für den Neubau weniger Geld ausgegeben habe als ursprünglich geplant.

Finanzen

560.000 Euro waren vom Presbyterium genehmigt. 552.700 hat man gezahlt. „Das hatte den Effekt, dass wir an die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW 2.500 Euro zurückzahlen mussten“, erklärte Voigt mit einem Schmunzeln. Die Stiftung hatte ursprünglich 177.000 Euro Zuschuss bewilligt. Von der Antoniter-Siedlungsgesellschaft erhielten die Ostheimer 30.000 Euro. Rund 260.000 Euro erbrachte der Verkauf des Häuschens von Paula Dürre.

Größter behindertengerechter Veranstaltungsraum im Veedel

„Dieses Begegnungszentrum ist genau das, was uns gefehlt hat.“ Die Küche ist auch barrierefrei. Die Kochinsel befindet sich in der Mitte und ist ein Stück weit mit einem Rollstuhl unterfahrbar. Und mit dem neuen Anbau verfügt die Gemeinde über den größten behindertengerechten Veranstaltungsraum im Veedel. Der Kirchraum ist vom Altar mit einer flexiblen Wand abtrennbar und kann mit dem Veranstaltungsraum im Anbau verbunden werden. Voigt verwies auch auf rasant verlaufenen Bauarbeiten. Am 17. Oktober des vergangenen Jahres habe man den ersten Spatenstich erlebt, am 3. Dezember habe das Fertighaus gestanden. Bis Ende März hätte der Innenausbau gedauert.

Gottesdienst

Superintendentin Andrea Vogel freute sich in ihrem Grußwort, dass die Spenderin Paula Dürre so häufig genannt wurde. Und sie freute sich, dass mit dem Anbau bedürftige Seniorinnen und Senioren unterstützt würden. „Die waren unter Corona besonders häufig sehr einsam. Dem kann man hier entgegenwirken.“ Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Freunde, dass der Mandelbaum wieder blüht und treibt“. Das entsprechende Lied von Schalom Ben-Chorin wurde dann natürlich auch im Gottesdienst gesungen. Und danach pflanzten Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning und Wilfried Voigt einen Mandelbaum auf der Wiese vor dem Begegnungszentrum. Auf, dass auch dort die Arbeit blüht und treibt.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Wochentipps – Todsünden, Mystik, Abschiedskonzert, Mittagsruhe, Frauen zur Reformation und VIA REFORMATA

In den nächsten Tagen ist einiges los! „Welche Bedeutung messen wir dem Begriff der Sünde noch bei?“, lautet die zentrale Frage einer Veranstaltung in der Christuskirche. Kölner Frauengeschichte erleben Teilnehmende des Frauenmahls „Frauen auf den Turm!“ am Vortag der Reformation in der Auferstehungskirche. Pfarrer Armin Beuscher lädt Sie ein zu einer Zeitreise auf den Spuren großer Mystikerinnen und Mystiker in Köln ein. Das Abschiedskonzert der jungen Konzertorganistin, Flavia Gianfreda hören Sie in der Reformationskirche. „Mittagsruhe“, um gemeinsam Musik zu hören, einem Psalm zu lauschen, zur Ruhe zu kommen, heißt es ab dem 27.10.2021 mittwochs in der Kartäuserkirche und am Donnerstag, 28.10.2021 wird um 14:30 Uhr der neue Geschichtspfad durch Köln VIA REFORMATA an der Antoniterkirche feierlich eröffnet.

„7 Sünden“ – Stationendrama verbindet verschiedene Kunstformen

Der Frage „Welche Bedeutung messen wir dem Begriff der Sünde noch bei?“ geht eine Veranstaltung in der Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1, in mehreren Aufführungen von Freitag bis Sonntag, 22. bis 24. Oktober, jeweils 16, 18 und 20 Uhr, nach. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler schauen auf die einzelnen „Todsünden“ und setzten dazu verschiedene Kunstformen ein wie etwa Musik, Theater, Tanz, Malerei, Figurentheater, Installation und Soundcollage. Dabei versuchen sie, die Grenzen zwischen Gut und Böse sowie richtig und falsch auszuloten. Das Stationendrama ist für Menschen im Alter ab 16 Jahren geeignet. Der Eintritt kostet 17,50 Euro, ermäßigt 12,50 Euro. Tickets gibt es über die Internetseite www.christuskirche-mitten-im-leben.de.

FrauenReden zu Tisch zum Reformationstag

Ein Stück Kölner Frauengeschichte können die Teilnehmenden des Frauenmahls „Frauen auf den Turm!“ am Samstag, 30. Oktober, 9.30 Uhr bis 13 Uhr, in der Evangelischen Auferstehungskirche Bocklemünd, Görlinger Zentrum 39, erleben. Der Theologinnenkonvent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord lädt am Vortag des Reformationsfestes zu einem Vortrag „Frauen auf den Turm!“ von Irene Franken und zu Interviews und Gesprächen mit einigen Frauen vom Rathausturm ein. 18 bedeutende Frauen, von insgesamt 124 Persönlichkeiten, haben die Ehre bekommen, auf dem Rathausturm als Skulptur stehen zu dürfen. Darunter sind unter anderem eine Kaiserin, eine Äbtissin, ein Opfer der Hexenverfolgung, eine politische Aktivistin und eine Märtyrerin während der Zeit des Nationalsozialismus. Ihre Biografien werden in gespielten Interviews und Gesprächen vorgestellt. Für die musikalische Unterhaltung sorgt Tanja Heesen-Nauroth, Musikerin und Komponistin, am Flügel. Die Teilnahme kostet 12 Euro. Darin enthalten sind Getränke und ein Mittagsimbiss. Eine Anmeldung per E-Mail an superintendentur.koeln-nord@ekir.de oder per Telefon 0221/8209051, bis Samstag, 23. Oktober, ist erforderlich. www.kkk-nord.de

Auf den Spuren großer Mystikerinnen und Mystiker in Köln – Historische Führung mit Pfarrer Armin Beuscher

Zu einer Zeitreise von 800 Jahren mit Texten und Impulsen laden die AntoniterCityTours am Samstag, 23. Oktober, 15 Uhr, ein. Auf dem Weg vom Treffpunkt, dem Taubenbrunnen am Domforum, Kardinal-Höffner-Platz, über die Straße „An den Dominikanern“ bis zur Antoniterkirche erzählt Pfarrer Armin Beuscher von großen Mystikerinnen und Mystikern in Köln. Dazu gehören Hildegard von Bingen, Meister Eckhart und Heinrich Seuse ebenso wie Johannes Tauler und Dorothee Sölle. Das Motto der historischen Füheung ist „Gott entdecken und Glauben erfahren“. Die Teilnahme kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung über die Internetseite www.antonitercitytours.de oder über KölnTicket ist erforderlich. www.antonitercitytours.de

Abschiedskonzert von Flavia Gianfreda – Konzertorganistin tritt in der Reformationskirche auf

Am Sonntag, 24. Oktober, 18 Uhr, erklingt in der Reformationskirche Bayenthal, Mehlemer Straße 29, ein Orgelkonzert der jungen Konzertorganistin Flavia Gianfreda aus Rom. Nach dreijähriger Studienzeit verabschiedet sie sich mit diesem Konzert von Köln. Zu Gehör bringt sie die Stücke Präludium und Fuge e-Moll (BWV 548) von Johann Sebastian Bach (1685 -1750), „Schwarzes Loch“ aus „Orgellabyrinth (2020)“ von Dominik Susteck (*1977), Choral in H Moll (FWV 39/2) von César Franck (1822-1890), Pasacalles de I Tono (M386 No. 47) von Juan Cabanilles (1644-1712) sowie Fantasie und Fuge op. 135b (II. Fassung) von Max Reger (1873-1916). Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder im Alter bis zwölf Jahren haben freien Eintritt. Es gilt die „3-G-Regel“. www.kirche-bayenthal.de

„Mittagsruhe“ – Neues Angebot in der Kartäuserkirche

An die Menschen im Veedel rund um die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, richtet sich ein neues spirituelles Angebot: Immer mittwochs zur Mittagszeit kommen Interessierte in der Kapelle zusammen, um gemeinsam Musik zu hören, der Lesung eines Psalms zu lauschen, in der Stille zur Ruhe zu kommen und anschließend eine Tasse Kaffee zu genießen. Die „Mittagsruhe“ richtet sich auch an alle, die in der Umgebung arbeiten und ab und zu eine bewusste Pause in ihrem Arbeitsalltag einlegen möchten. Los geht es am Mittwoch, 27. Oktober, 12.30 Uhr. Wer möchte, kann einfach vorbeikommen. www.kartaeuserkirche-koeln.de

Eröffnung der VIA REFORMATA – Geschichtspfad mit zwölf Stationen führt durch die Kölner Innenstadt

Köln hat einen neuen Geschichtspfad: Am Donnerstag, 28. Oktober, 14.30 Uhr, wird die VIA REFORMATA an der Antoniterkirche, Schildergasse 57, feierlich eröffnet. Der Pfad zeigt an Hand von zwölf Stationen die Geschichte der Protestantinnen und Protestanten in der Domstadt von der Zeit der Reformation, vor über 500 Jahren, bis in die heutigen Tage. Stelen, Boden- und Wandplatten erzählen von dem bewegten Leben der Evangelischen, die lange Zeit um Anerkennung ringen mussten. Präsentiert wird der Geschichtspfad von der Evangelischen Kirche in Köln und Region. Die ersten Stelen konnten bereits in der Kölner Innenstadt errichtet werden. Weitere werden nach den Genehmigungsverfahren der Stadt Köln nach und nach errichtet und eröffnet werden. Mit einem Begleitheft und einem QR-Code ist der Weg jetzt schon vollständig begehbar. Zur Eröffnung werden Pfarrer Bernhard Seiger, Superintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Stadtdechant Robert Kleine und Bürgermeisterin Brigitta von Bülow sprechen. Bläsermusik begleitet die Veranstaltung zur Enthüllung der ersten Stele, zu der auch ein Glas Kölsch gereicht wird. www.via-reformata.de

Text: APK
Foto(s): Evangelische Gemeinde Köln – Kartäuserkirche

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„Abschied ohne Abschied nehmen“ Rückblick auf die erste Zeit mit Corona beim Hospiztag im Domforum

Ein Rückblick auf die ersten Wellen der Corona-Pandemie stand im Mittelpunkt des Hospiztages im Domforum. „Abschied ohne Abschied nehmen“ hatte man der Veranstaltung als Leitwort vorangestellt. Auch Stadtsuperintendent Bernhard Seiger blickte in seinem Grußwort zurück: „Ich habe in den letzten Monaten Besuche in verschiedenen Hospizen und bei ambulanten Hospizdiensten gemacht. So war ich in Rondorf und beim neuen Hospiz im Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach sowie beim ambulanten Dienst der Gemeinde Köln an der Christuskirche im Belgischen Viertel.“

Alleine sterben

Seiger hat berührt „davon zu hören, wie die Corona-Lage die Arbeit bestimmt hat. Die Besuche und Gespräche mit Patientinnen und Patienten fanden meist weiterhin statt. Aber die Ausbildung, die Supervision, und das Organisieren von kleinen Ausflügen hat sehr gelitten und war zum Teil ganz unmöglich, weil es eben die Beschränkungen gab. Wir haben gemerkt, wie sensibel das Thema ist, dass schwerkranke Menschen im Jahr 2020 zeitweise sehr alleine waren, wenig Besuche bekommen konnten – und dass auch alleine gestorben wurde. Das ist schwer auszuhalten gewesen und manch Angehörige leiden bis heute darunter und spüren den Schmerz und erleben Schuldgefühle.“

Seiger verwies darauf, wie wichtig die Gemeinschaft mit anderen am Lebensende ist: „Da fällt besonders auf, worum wir uns in der Hospizbewegung im Kern kümmern:  Wir kümmern uns darum, wie das, was wir in einem langen selbst bestimmten Leben gelernt haben, sich am Lebensende bewährt. Wir kümmern uns darum, dass Menschen am Lebensende soviel Lebensqualität erleben können, wie es zur jeweiligen Zeit möglich ist. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Individualität zählt. Das ist ein hohes Gut. Wir sind vor uns selbst, vor unseren Mitmenschen und vor unserem Schöpfer unverwechselbare Individuen. Und zugleich erleben sterbende Menschen bei abnehmender Kraft meist, dass sie Gemeinschaft brauchen.“

Nähe oder Nicht-Nähe

Die Arbeit in den Hospizen sei so wenig spektakulär wie die Seelsorge, die in den Kirchen geleistet werde, sagte der Stadtsuperintendent. „Die Arbeit im Hospizdienst ist ein stilles Tun. Aber für die Menschen, um die es geht, ist es das Wichtigste, begleitet zu sein. Das ist das, was ich spüre: Nähe oder Nicht-Nähe.“ Und zum Ende des Grußwortes: „Es sind in kritischen Phasen komplizierte Abwägungen zwischen dem Gesundheits- und Infektionsschutz für die Mitarbeitenden, das Pflegepersonal und die anderen Patienten einerseits und dem sterbenden Menschen andererseits. Bis heute gibt es auch in unseren Krankenhäusern Besuchsbeschränkungen, aus guten Gründen, aber es gibt eben auch die andere Seite. Dieser Hospiztag kann eine Stimme für die sein, die leise sind, weil ihre stärkere Lebenszeit zu Ende ist und sie nicht mehr selbst für sich streiten können.“

Nicht wiedergutzumachen

Über den Abschied ohne Abschied unterhielten sich auf dem Podium der Bestatter Christoph Kuckelkorn, die Pflegefachkraft Manuela Pfeil, Peter Otten, Seelsorger an St. Agnes und Petra Schlieber, deren Vater an Corona gestorben ist. Der war ein rüstiger Herr mit seinen 85 Jahren, als er erkrankte. Und dann ging alles ganz schnell. Nachdem er zu Hause zweimal gestürzt war, wurde er ins Krankenhaus eingewiesen, kam auf die Intensivstation und starb kurz darauf. „Wir haben ihn noch ein letztes Mal gesehen. Besuchen durften wir ihn nicht. Wir standen draußen. Ein Pfleger hat ein Fenster der Intensivstation geöffnet. Die letzten Worte meines Vaters waren: ,Vielen Dank für alles. Ich liebe Euch alle. Grüß alle‘. Wenig später ist er gestorben. Eine künstliche Beatmung hat er abgelehnt“, berichtete Petra Schlieber. Der Bestatter habe sich wegen Corona geweigert, den Sarg zu öffnen für einen Abschied. Auch ein Foto gebe es nicht, sagte Petra Schlieber immer noch sichtlich bewegt: „Das kann man nie wieder gutmachen. Das kann man nie wiederholen.“

Bestattungen

Christoph Kuckelkorn führt in fünfter Generation ein Bestattungshaus in Köln. „Wir möchten möglichst offene Bestattungen mit vielen Gästen ermöglichen. Das war natürlich schwierig unter Corona-Bedingungen. Aber ich möchte die Friedhofsverwaltungen loben. Die haben alle Möglichkeiten bis zum Letzten ausgereizt. Eine trauernde Familie am Grab hält keine Abstände ein.“ Kuckelkorn hat eine Kugel aus Plexiglas organisiert, die er auf die offenen Särge gestellt hat. So konnten die Hinterbliebenen die Verstorbenen noch ein letztes Mal sehen. „Und im Übrigen“, so der Bestatter: „Fotos gehen immer.“ Besonders bedauert hat Kuckelkorn, dass es keine angemessene Trauerfeier für die große Karnevalistin Marie-Luise Nikuta gegeben habe. „Sie wurde in einer Urne im Beisein von zwei Personen bestattet. Das wurde ihrem Lebenswerk nicht gerecht.“ Kuckelkorn hat unter Corona in seinem Betrieb keinen Anstieg der Todeszahlen festgestellt. „Die Leute gingen nicht ins Krankenhaus, um sich operieren zu lassen. Sie haben keine Risikosportarten betrieben. Und sie sind auch nicht wie sonst Motorrad gefahren.“

Pflegedienst

Manuela Pfeil arbeitet in einem Seniorenzentrum in der Kölner Südstadt. Für sie war der Dezember 2020 der „Hammermonat“: „Von 178 Bewohnerinnen und Bewohnern waren damals 70 an Corona erkrankt. 25 sind gestorben.“ Die damaligen Weihnachtstage waren das Trostloseste und Traurigste, was sie in ihrer langen Zeit als Pflegefachkraft erlebt hat. „Die alten Leute waren extrem diszipliniert und vernünftig“, erinnert sie sich. Und bei Sterbenden habe es auch keine Beschränkung der Besuche von Angehörigen gegeben. Auch die Hospizbegleitung sei möglich gewesen. „Viele Angehörige haben sich bedankt, dass wir zur Arbeit gegangen sind. Das gab es auch noch nie.“ Inzwischen habe sich die Lage entspannt. Auch wegen der hohen Impfquote im Haus.

Angst vor der Endlichkeit

Peter Otten erinnerte sich, dass er zu Beginn der Pandemie wie eigentlich alle konsterniert war. „Die Ostermesse fällt aus. Das gibt es doch nicht.“ Aber man habe ja arbeitsfähig bleiben müssen. Schnell wurde mit der benachbarten evangelischen Gemeinde eine Nachbarschaftshilfe organisiert und beispielsweise für Ältere eingekauft. „Aber wenn Abstand die neue Nächstenliebe ist, wird es schwierig für eine Religion der Solidarität und Nähe.“ Otten hat weiter Hausbesuche gemacht und beispielsweise Trauergespräche geführt. „Ich habe aber auch mit den Menschen in unserer Kirche gesprochen. St. Agnes ist groß. Und bei Spaziergängen.“ Der eigenen Angst hat er sich gestellt. „Ich bin religiös, um mit meiner Angst klarzukommen. Egal, wie groß die Krise ist: Ich weiß, dass ich nicht alleine bin. Die Angst war wohl deshalb nicht so bedrohlich, weil ich nicht vor ihr davongelaufen bin.“ Kritik übt er an der Kirche: „Wir dürfen die Endlichkeit nicht verdrängen. Wir als Kirche haben die Chance verpasst, die Endlichkeit als Fakt zu beschreiben, vor der man keine Angst haben muss.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Ein Kloster wird evangelisch – Die Kartäuserkirche ist Archivale des Monats

Die Kartäuserkirche in der Kartäusergasse in der Südstadt ist vielen Kölnerinnen und Kölnern bekannt. Sie ist ein evangelisches Gotteshaus. Doch das war nicht immer so. Ursprünglich war das Gebiet um die Kirche herum ein Kloster. Darin wohnten seit 1334 Kartäusermönche. Das Klostergelände erstreckte sich von der Kartäusergasse, dem Kartäuserwall und dem Kartäuserhof bis zur Ulrichpforte.

Kartäuserorden

Bis 1794 entwickelte sich, nach ersten Schwierigkeiten, diese mit 23 Brüdern zur größten Niederlassung des Kartäuserordens in Deutschland und besaß eine ansehnliche Bibliothek. Am 6. Oktober 1794 marschierten französische Truppen in Köln ein. Für die Kartäusermönche bedeutete dies den Abschied von ihrem Kloster. Am 23.10.1794 erhielt der damalige Prior Martin Firmenich (1783-1794) eine Nachricht, dass das Kloster zu verlassen sei, da dieses als Militärlazarett benötigt. Die Mönche versuchten viele Schätze mitzunehmen und so zu bewahren. Notverkäufe, Plünderungen und Zerstörungen haben die Klosterschätze verstreut. Die Mönche kamen bis zur Auflösung aller Klöster und Stifte 1802 in einer Notunterkunft in der Martinstraße unter und suchten sich von dort alternative Beschäftigungsfelder.

Lazarett

Die Benutzung als Lazarett rettete die Gebäude der ehemaligen Klosteranlage vor der Zerstörung. Nach dem Sieg gegen Napoleon und der Neuordnung auf dem Wiener Kongress wurde das Rheinland preußische Provinz. 1816 ging die Kartause in Besitz des preußischen Militärfiskus über. Während dieser Zeit erlebte das ehemalige Kloster viele Veränderungen. Während das Bruderhaus weiterhin als Lazarett benutzt wurde, fungierten Teile des Kreuzganges als Waschküche und Kirche sowie Kapitelhaus als Artilleriedepot, Pferdestall und Baracke. Altäre verschwanden und Kirchenfenster wurden nach Bedarf zugemauert und/oder neu ins Mauerwerk gebrochen.

Kartäuserkirche

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges änderte sich die Situation nicht. 1921 definiert einen Wendepunkt. Die katholische Kirche forderte nach dem Verschwinden der preußischen Garnisonen aus Köln, die Kirche St. Pantaleon, die seit 1818 Protestanten als Gotteshaus und als Garnisonskirche diente, vom Kriegsministerium zurück. Dieser Forderung wurde durch Erlass des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung (11.10.1921) stattgegeben. Als Ausgleich sollte die evangelische Gemeinde zunächst einen hohen Geldbetrag erhalten. Dies wurde jedoch aufgrund der beginnenden Inflation abgelehnt. Stattdessen wurde der Gemeinde das ehemalige Kartäusergelände angeboten. Sieben Jahre dauerten die Umbauarbeiten und am 16.09.1927 konnte die wiederhergestellte Kartäuserkirche geweiht werden. In das ehemalige Bruderhaus zog das städtische Finanzamt ein.

Ein Plan zeigt das alte Kartäusergelände

Am 2. März 1945 wurden die Kirche, das Kapitelhaus, Kreuzgänge und Priorat durch Fliegerangriffe zerstört. Auch das Bruderhaus war stark beschädigt. Im August 1945 bis 1953 wurden Teile der alten Klostergebäude wiederaufgebaut.

Mehr über die Arbeit des Verbandsarchivs sowie weitere Archivalien finden Sie hier.

Text: Stefanie Sternemann
Foto(s): Stefanie Sternemann (Bestand der Gemeinde Köln 71-4/0)

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Kirche2go fragt: „Was können wir von Gott wissen?“

„Was können wir von Gott wissen?“ Dieser Frage widmet sich Nico Ballmann in dieser Folge von Kirche2go. „Kleiner Tipp: Immer, wenn Sie einem Menschen begegnen, der sagt: ‚Ich weiß ganz genau, wer Gott ist‘, dann garantiere ich Ihnen, er oder sie weiß es auf jeden Fall nicht“, betont der Pfarrer aus Köln-Bickendorf. Trotzdem glaubt er aber, „dass wir Gott zeigen können, durch unser Leben“.

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Der Text zum Nachlesen

Erst mal die etwas schlechte Nachricht: nicht wirklich viel erstmal. Eigentlich können wir von Gott gar nichts wissen. Gott ist, wenn wir ihn ernst nehmen, viel viel größer als wir uns das überhaupt vorstellen können.

Und trotzdem müssen wir ja irgendwie über Gott reden. Trotzdem wollen wir von ihm erzählen, wollen davon erzählen, was Gott in unserem Leben macht. Viele Menschen haben Erfahrungen mit Gott gemacht. Die werden in der Bibel gesammelt und viele Menschen versuchen aus ihrer Perspektive, zu ihrer Zeit, zu erzählen, wie sie Gott erfahren haben. Und da entstehen große Bilder. Bilder wie beispielsweise ein königlicher Herrscher, wie ein Herrscher der Herrscher, wie ein großer Krieger. Aber auch ganz zarte Bilder, wie Gott als eine Mutter, wie eine gute Henne, die auf ihre Küken aufpasst. Gott wie ein Tal, wie ein Schutz, wie ein Wall. Ganz ganz viele Bilder.

Tja jetzt natürlich die Frage: Ist Gott denn jetzt ein Herrscher der Herrscher? Ist Gott jetzt eine Henne? Ist Gott ein Tal? Nein, natürlich nicht. Das sind alles nur Bilder, die versuchen zu beschreiben, wie Menschen Erfahrungen mit Gott gemacht haben. Kleiner Tipp: Immer, wenn Sie einem Menschen begegnen, der sagt: „Ich weiß ganz genau wer Gott ist“, dann garantiere ich Ihnen, er oder sie weiß es auf jeden Fall nicht. Wir können nur in Bildern über Gott sprechen und nur in unseren persönlichen Erfahrungen, können versuchen, die alten Bilder aus der Bibel zu nehmen und von ihrer Zeit in unsere Zeit zu transportieren.

Und da passiert etwas ganz Spannendes, denn wenn man sich die Bilder in der Bibel anschaut, von Gott, dann kommen da bestimmte Kernmerkmale immer wieder zum Vorschein. Für mich sind das drei ganz besondere. Zum einen, dass Gott die Quelle allen Lebens ist, zum zweiten, dass Gott der Ausgangspunkt aller Potenziale ist und zum dritten, dass Gott die Liebe ist.

Und wenn das der Fall ist, dann kann ich, glaube ich, Gott in meinem Leben sichtbar machen, auch für andere Menschen. Nämlich indem ich, wenn Gott die Quelle allen Seins ist, aller Schöpfung, dass ich diese Schöpfung bewahre, dass ich auf sie aufpasse und vor allen Dingen, dass ich dieses Leben, was mir geschenkt ist, genieße. Dass ich Gott sichtbar werden lasse in dem Leben meines Lebens. Zum zweiten, wenn Gott der Ausgangspunkt allen Potenzials ist, dass ich versuche mein Potenzial, das, was Gott mir an guten Gaben mitgegeben hat, dass ich das scheinen lasse in dieser Welt, dass sich die Talente nicht unter den Scheffel stelle, mich nicht kleiner mache, als ich eigentlich bin, sondern tatsächlich die guten Dinge sehe, die Gott mir mitgegeben hat.

Und das letzte – und das find ich eigentlich das wichtigste – dass Gott die Liebe ist, das immer wieder in der Bibel auftaucht und was vielleicht ganz konzentriert in diesem einen Spruch aus dem ersten Johannesbrief drin steht: „Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Und wenn Gott tatsächlich die Liebe ist, dann ist vielleicht die Möglichkeit, Gott sichtbar zu machen, indem wir so verschwenderisch wie möglich lieben. Indem wir etwas von dieser Liebe, die Gott uns gegeben hat, tatsächlich leben.

Wir können vielleicht nicht viel über Gott sagen, wir können auch nur über Gott in Bildern sprechen, die nur sehr bruchstückhaft sind, aber ich glaube, dass wir Gott zeigen können, durch unser Leben. Wie wir mit dieser Welt umgehen und wie wir miteinander umgehen, durch Gott.

Text: APK
Foto(s): APK

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„#letsmeet – gemeinsam Leben in Köln“ – Mitmachausstellung im Jugendzentrum der Synagogen-Gemeinde

Antisemitismus hat Ariella Dumesch oft genug am eigenen Leib erlebt. Die Mitarbeiterin des Jugendzentrums der Synagogen-Gemeinde erinnerte sich an ihre Schulzeit. „Da hat mich mein Geschichtslehrer in der fünften Klasse gefragt, wie ich mich als Jüdin in Deutschland fühle. Ich war völlig perplex.“ Ariella Dumesch erzählte diese Begebenheit Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse des Rhein-Gymnasiums aus Köln-Mülheim. Die besuchten die Mitmachausstellung „#letsmeet – gemeinsam Leben in Köln“ im Jugendzentrum der Synagogen-Gemeinde Jachad, die komplett ausgebucht ist.

Veranstalter der Ausstellung sind das Erzbistum Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region und das Jugendzentrum Jachard der Synagogengemeinde Köln, in der die Ausstellung vom 20. September bis zum 7. Oktober stattfand. Anliegen des Evangelischen Jugendpfarramtes und des Evangelischen Schulreferates ist es, mit der ökumenischen Mitmachausstellung junge Menschen in Kontakt mit jüdischen (Jugend-) Kulturen, der Religion sowie dem jüdischen Leben heute zu bringen. Schulklassen, wie die des Rheingymnasiums, sowie kirchliche Jugendgruppen ab der Jahrgangsstufe 8 waren herzlich eingeladen, Gemeinsamkeiten zwischen Judentum, Christentum und Islam zu entdecken und das Thema  Zivilcourage in den Blick zu nehmen.

Mitmachausstellung

„Bis zum 7. Oktober werden 23 Schulklassen und Kurse weiterführender Kölner Schulen mit 480 Schülerinnen und Schülern die Ausstellung besucht haben“, sagte Thomas vom Scheidt vom Schulreferat des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region bei einem Rundgang. Anlässlich des Gedenkjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ führt die Ausstellung junge Menschen in die Welt der jüdischen Kultur und Religion sowie in das jüdische Leben früher und heute ein.

An Stationen erhielten die Jugendlichen Informationen über Essen und Musik in der jüdischen Kultur, über den Shabbat, über Möglichkeiten, etwas gegen Mobbing, Diskriminierung und Ausgrenzung zu unternehmen sowie über Antisemitismus. Jüdische Essensregeln wurden erläutert. Muslimische, christliche und jüdische Jugendliche berichten in Videos, wie sie den Freitag, den Shabbat und den Sonntag verbringen. Es wurden Antworten auf Fragen wie „Was bedeutet das Wochenende für mich und für die Gesellschaft, in der wir leben?“ Das Leitwort an dieser Station lautete „Hoch die Hände, Wochenende!“

Ulrike van Lengerich, Leiterin des Evangelischen Jugendpfarramtes beschreibt, wie wichtig in der gesamten Ausstellung das persönliche Gespräch mit Ariella Dumesch war. Jede Frage der Schlülerinnen und Schüler wurde in einer Abschlußrunde beantwortet. Auch sehr persönliche. Von dieser Begegnung nahmen die Jugendlichen und Begleitpersonen viele wichtige Impulse mit.

Antisemitismus-Station

An der Antisemitismus-Station diskutierte Ariella Dumesch, Mitarbeiterin, mit den Jugendlichen über scheinbar belanglose Sätze. „Aldi gehört den Juden. Aber ist mir egal. Wollte ich nur mal gesagt haben. Bockt mich nicht. Aber gehört schon alles den Juden“, wurde dort eine Schülerin einer 10. Klasse zitiert. Die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher waren aufgerufen, antisemitische Sätze aufzuschreiben, die ihnen begegnet sind. Nachdenken war angesagt an der Mobbing-Station. Die Jugendlichen tauschten sich aus über die Geschichte einer Schülerin, die  in ihrer Klasse ausgegrenzt wird. Solidarität wurde gefordert. Keine Zustimmung erhielt die Idee, diejenigen zu mobben, die andere mobben.

Diakon Jens Freiwald, Mitinitiator der Ausstellung und Mitarbeiter im katholischen Stadtdekanat, erläuterte die grundlegende Idee: „In Gedenkjahren gibt es oft sehr viel Programm für Erwachsene. An Jugendliche wird dabei selten gedacht. Deshalb erschien uns das Konzept einer Mitmachausstellung ideal. Die Jugendlichen erfahren, dass jüdisches Leben nicht nur Vergangenheit, sondern sehr lebendige Realität ist.“ Freiwald war überrascht, wie offen man mit den Jugendlichen ins Gespräch komme. Zum Beispiel über Antisemitismus. „An der Station hängt ein Zettel mit dem Satz ,Komm her, du Jude‘. Das ist für einige Jugendliche völlig harmlos.“ Ausgrenzung betreffe Juden. Aber es gelte, deutlich zu machen, dass es jeden treffen könne.

Schüler-Fazit

Ein Neuntklässler zog ein positives Fazit: „Ich habe viel gelernt und muss sagen, dass ich echt verdammt wenig Ahnung habe von jüdischem Leben.“ Ariella Dumesch beantwortete Fragen, nachdem alle Stationen absolviert waren. Dabei stand die Frage nach koscherem Essen im Mittelpunkt. „Ich lebe koscher-style“, berichtete die Mitarbeiterin. Das heiße, dass sie Schweinefleisch meide, aber im Restaurant Hühnchen esse, auch wenn es nicht koscher geschlachtet worden sei. „Und ich esse viel zu gern Sushi.“ In Köln ist es alles andere als einfach, koscher zu leben. Auch das erfuhren die Jugendlichen des Rhein-Gymnasiums beim Besuch der Mitmachausstellung. „Einen Laden mit koscheren Produkten gibt es hier erst seit diesem Jahr am Rudolfplatz“, erzählte Ariella Dumesch. Und um Fleisch- und Milchprodukte konsequent zu trennen, bräuchte man zwei Kühlschränke, zwei Arbeitsplatten, ein doppeltes Kochgeschirr und vieles mehr. „Das ist sehr teuer. Und meistens sind auch die Wohnungen zu klein“, so Dumesch.

Die Ausstellung wird bis zum zweiten Halbjahr 2022 digitalisiert und dann online zur Verfügung stehen.

Einen kleinen Vorgeschmack sehen Sie hier:

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Evangelische Familienbildungsstätte: Kostenlose Kurse für Eltern mit Kleinkindern

Die Evangelische Familienbildungsstätte Köln (fbs) bietet kostenlose Kurse für Eltern mit Kleinkindern an und hat dabei neue Stadtteile im Fokus: „Wir dürfen die Gelder aus dem Corona-Aufholprogramm der Stadt für Angebote für Eltern von Kinder von Null bis drei Jahren beantragen – wir starten in Kalk und Widdersdorf mit klassischen Eltern-Kind-Kursen im ersten Lebensjahr“, sagt Maike Henze von der Evangelischen Familienbildungsstätte Köln.“Da gibt es zum Beispiel altersgerechte Bewegungsangebote, es wird gesungen, die Eltern bekommen Spielideen für Zuhause.“ Die Eltern können sich zu verschiedenen Themen austauschen, die sie bewegen, zum Beispiel zu dem Thema Kinderschlaf. „Die Eltern sind in den letzten Jahren auch unheimlich einsam zuhause gewesen. Wir haben zwar Online-Kurse angeboten, aber der persönliche Kontakt hat schon gefehlt. Es ist schon so, dass dort ein großer Aufholbedarf ist. Zum Beispiel können die Eltern sich nun zu gemeinsamen Spazierrunden verabreden“, erklärt Maike Henze.

Bei den Kursen werden die Altersgruppen zusammengefasst, da die Entwicklungsstufen der Babys ähnlich sind und die Eltern sich so ganz gezielt austauschen können – zum Beispiel mit einem gemeinsamen Beikoststart. Babyyoga, Babymassage: Die Kinder können gemeinsam mit anderen Kindern und durch Bewegungsanreize neue Erfahrungen im eigenen Tempo machen. Dabei begleitet Sie eine qualifizierte Kursleiterin.

Und es werden bis zum Ende des Jahres noch einige Kurse dazukommen.“Wir sind gerade auch  dabei, das nächste Jahr und den Herbst und Winter zu planen. Wir planen noch im November einen fünfteiligen Kurs: Wie lernen Kinder Lebensmittel kennen und wie lernen Kinder essen? Dort kann dann unter Anleitung einer Ernährungswissenschaftlerin gemeinsam gekocht werden. Es gibt auch noch viele weitere Kurse, die ganz gezielte Informations-Angebote machen – allerdings nicht kostenlos. Fortlaufende, offene Angebote wie die kostenlosen Mütter-Cafes in verschiedenen Standorten in der Stadt, wo sich Mütter austauschen können, runden das Angebot ab.

Projekt „Aufholen nach Corona“

„Familien sind auch speziell von der Corona-Pandemie betroffen gewesen, da zum Beispiel jemand zuhause bleiben musste, der sonst nicht zuhause geblieben wäre. Deswegen ist an manchen Stellen das Geld vielleicht auch etwas knapp. Von daher wollten wir auch hier noch einmal neue Menschen ansprechen, die wir sonst vielleicht nicht erreicht hätten“, berichtet Maike Henze.

Durch die Förderung durch das Projekt „Aufholen nach Corona“ sind nun viele Kurse kostenlos. Das Angebot können alle Familien nutzen. Mit dem Aufholpaket werden deutschlandweit Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien geschaffen, um sich zu begegnen, gemeinsam Neues zu entdecken und ihre Welt nach der Pandemie zu erleben. Dafür bringt das BMFSFJ eine Vielzahl unterschiedlicher Kooperationspartner zusammen. Mit 1 Milliarde Euro werden bestehende Angebote unterstützt und erweitert sowie neue geschaffen.

Weitere Informationen:

www.bmfsfj.de/aufholpaket

www.fbs-koeln.org

Text: Maike Henze/APK
Foto(s): meinesuedstadt.de/APK

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