Allerhand Alltagsgeschichten über Stärken und Schwächen

Heute erzählt Pfarrer Dieter Schwirschke in Gebärdensprache eine Geschichte vom Kämpfen und von Stärken und Schwächen. Oft stehen Menschen vor Aufgaben, die sie glauben, niemals bewältigen zu können – sie hadern dem Glauben an sich selbst und an Gott. Sie fragen sich: „Wieso gewinnen immer die Anderen? Wieso bin ich so machtlos?“ Aber: Sind sie das wirklich? Pfarrer Dieter Schwirschke sucht in Allerhand Alltagsgeschichten Lösungsansätze und bedient sich einer alten biblischen Geschichte: David gegen Goliath. Er sagt: „Die Geschichte gibt mir den Mut, weiter zu kämpfen und nicht aufzugeben.“

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Hallo und herzlich willkommen bei Allerhand Alltagsgeschichten.

In der Bibel gibt es eine Geschichte von zwei Menschen, die bittere Feinde waren und die auch gegeneinander gekämpft haben. Der erste hieß David, ein kleiner Mensch, und der zweite, sein Name war Goliath, ein großer Mensch. Und deswegen gebärde ich auch so. Er war groß, von Gestalt kräftig, er hat im Kampf eine eiserne Rüstung. David, ich gebärde so, hatte keine Eisenrüstung, er  war auch noch jung, 16, 17 Jahre alt. Aber er hatte einen Stein gefunden, hob ihn vom Boden auf, nahm eine Lederschlaufe, legte den Stein dort rein und warf ihn auf Goliath. Goliath wurde an der Stirn getroffen, fiel um und war tot. Viele Leute sagen zu dieser Geschichte aus der Bibel, dass sie ihnen gefällt und sie sich freuen, dass der Kleine gegen den Großen gewonnen hat. Auch ich mag die Geschichte, denn sie hatte für mich persönlich eine wichtige Bedeutung. Ich möchte erzählen, warum. Früher als ich noch in der Schule war, ungefähr in der achten Klasse, da war mein schlechtestes Unterrichtsfach Deutsch. Der Grund war, dass wir damals Fantasiegeschichten und Aufsätze schreiben mussten. Sich etwas ausdenken war für mich grauenhaft, ich konnte das nicht, mit einem Satz war ich eigentlich fertig und meine Note war dementsprechend schlecht. Klar, wenn dann der Lehrer kam und uns sagt: “Passt auf, in der nächsten Woche, da müsst ihr eine Klassenarbeit in Deutsch schreiben!“ Da war das für mich sowas von angstbesetzt, so wie wenn diese Klassenarbeit Goliath wäre und ich wäre der kleine David und Goliath will mich überfahren. Die Klassenarbeit wie Goliath und ich der kleine David. Aber dann plötzlich entwickelte es sich so, dass ich immer besser wurde und es tatsächlich geschafft habe, eine gute Arbeit zu schreiben. Ich fühlte mich wie der kleine David, der den großen Goliath bezwungen hat. Ein anderes Beispiel: Ein gehörloser Mann hat mir mal erzählt, dass er selber zum Arzt gegangen ist, der hat ihn dann untersucht und musste im Gespräch hinterher sagen: „Es tut mir Leid, leider muss ich Ihnen sagen, dass Sie krebskrank sind, Sie müssen nun eine Chemotherapie machen und wie sich das Ganze entwickeln wird, ich weiß es nicht genau.“ Der Mann war betroffen und fühlte sich so klein und seine Krebskrankheit war für ihn der Goliath, der ihn überfahren wollte, und trotzdem, hat er mir erzählt, hat er nicht aufgegeben, sondern weiter gekämpft. Letztlich hat er es geschafft, den Krebs zu besiegen. Diese Bibel-Geschichte von David gegen Goliath ist für mich deshalb so wichtig, weil ich glaube, dass sie uns sagen will: Ja, es stimmt, oft macht man die Erfahrung, dass im Kampf Klein gegen Groß der Große gewinnt, er schafft es. Das ist eigentlich das Typische, aber bitte vergesst doch nicht, dass es nicht immer so ist, dass der Große gewinnt, der Kleine kann doch auch gewinnen. Behaltet das, wenn ihr große Probleme vor euch seht, dass ihr nicht aufgebt. Für mich selber ist diese Geschichte von David gegen Goliath auch deshalb eine wichtige Geschichte, weil wenn ich große Probleme vor mir sehe, die scheinbar überwältigen, dass ich dann nicht aufgebe, sondern mich erinnere an diese Geschichte von David und Goliath, dass er es geschafft hat. Die Geschichte gibt mir den Mut, weiter zu kämpfen und nicht aufzugeben. Diesen Mut, den wünsche ich euch auch allen. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Text: APK
Foto(s): APK

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Jugendgottesdienst: Kopfhörer-Party der besonderen Art in der Beachbar

„Hello sunshine“: Bei strahlendem Sonnenschein haben etwa 100 junge Menschen einen Jugendgottesdienst in einer außergewöhnlichen Location gefeiert – in der Beachbar-Sonnenscheinetage, der höchsten Beachbar und dem höchsten Stadtstrand über den Dächern Kölns, mit dem besten Domblick, auf dem 13. Stock des Parkhauses des Galeria-Kaufhof-Hauses.

Kopfhörer-Party der besonderen Art

Mit Konfirmanden und Konfirmandinnen und Jugendlichen aus Köln und Umgebung wurde der Beginn der Sommerferien eingeläutet. „Listen to the beat” – eine Kopfhörer-Party der besonderen Art. Zu entspannten Beachklängen gab es Sommer, Sonne, eine knackige Message und einen Wahnsinnsblick auf den Dom. In unterschiedlichen Workshops konnten die Jugendlichen ihrer Kreativität und Neugier nachgehen, Windspiele selber bauen, Fotos über den Dächern Kölns aufnehmen, sich mit kreativen Fragen besser kennenlernen und Musik selbst produzieren. Mithilfe der Kopfhörer konnten die Jugendlichen immer zwischen drei Kanälen wechseln, um ihrem persönlichen Musikgeschmack nachzugehen.

In einer Poetry-Slam Message von Denise Watermann, Jugendreferentin der Jugendkirche geistreich, ging es um das unerhörte Hören Gottes: „Wo ist Gott*? Wie kann ich sie hören?“ Als Ermutigung gab Denise Watermann den Jugendlichen mit, dass selbst bei schwierigsten Umständen „Gott* niemals stumm bleibt, sondern sie oft anders spricht und handelt als wir denken“.

Abgerundet wurde der Jugendgottesdienst mit drei Interviews von Jugendlichen, die spontan auf die Fragen über Gott und die Welt antworteten. Der nächste wird am 31. Oktober stattfinden und passend zum Reformationstag ähnlich kreativ werden.

Text: Claudia Klein-Adorf
Foto(s): Claudia Klein-Adorf

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Sarah, Maike und Tim freuen sich aufs Tauffest: „Das Motto ‚Vielfalt feiern‘, das ist genau unseres.“

Die Taufe als Zeichen der Gemeinschaft und der Liebe Gottes – am 13. August 2022 veranstalten viele evangelische Gemeinden aus Köln und Region gemeinsam ein großes, buntes Tauffest im Rheinpark unter dem Motto „Vielfalt feiern“. Sarah und Maike mit ihrem zweijährigen Sohn Tim* feiern mit und freuen sich schon. Wir haben mit ihnen gesprochen:

Das Tauffest steht ja schon fast vor der Tür – wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen?

Sarah: Unsere Familie ist schon eingeladen, wir haben aber noch keinen Taufspruch. Meine Frau sagte zu mir: „Mach‘ du mal!“ – aber ich habe noch keinen passenden gefunden.

Sie haben sich für die Taufe beim Tauffest entschieden – warum?

Sarah: Die klassische Taufe mit der engsten Familie in der Kirche und Kaffee und Kuchen im Garten, das passte irgendwie nicht zu uns. Das Leben,  das wir leben, ist nicht konservativ, wir wollten etwas Offenes und Unkonventionelles. Das Motto „Vielfalt feiern“, das ist genau unseres. Das bringt genau die Vielfalt der Gesellschaft und Vielfalt der Lebensformen zum Ausdruck, die uns wichtig ist: Es geht um das bunte Leben! Die katholische Kirche sieht uns als Familie ja nicht so gerne…

Sind Sie selbst getauft?

Sarah: Ja, ich bin überzeugte Evangelin und Religionslehrerin. Meine Frau ist katholisch getauft, aber eher kirchenfern. Wir wurden beide als Kinder getauft.

Warum haben Sie sich entschieden, Ihren Sohn als Kind taufen zu lassen?

Sarah: Für mich ist das selbstverständlich. Wir haben auch darüber nachgedacht, ihm die Entscheidung zu überlassen. Aber die Taufe tut keinem Kind weh, und wenn er alt genug ist, kann er sich ja auch selbst gegen die Kirche entscheiden. Wir leben in einem Land, in dem Religionsfreiheit herrscht. Wir haben uns bei katholischen und evangelischen Kindergärten in der Nähe beworben und da kann es auch nicht schaden, wenn Tim getauft ist.

Wer sind die Taufpaten?

Sarah: Meine Schwester ist offizielle Taufpatin und unser bester Freund ist inoffizieller Patenonkel, weil er nicht getauft ist.

Wer wird sonst alles dabei sein?

Sarah: Wir feiern mit den Großeltern, den Geschwistern und unseren besten Freunden, die auf dem Tauffest ebenfalls ihre zweite Tochter taufen lassen werden.

Wie leben Sie Ihrem Kind den Glauben vor?

Sarah: Leben und glauben ist bei uns eins – auch losgelöst von der Kirche. Wenn man so will, basieren die Grundfeste unserer Gesellschaft, fast einer jeden Gesellschaft, auf den zehn Geboten. Sind fast überall gültig als Grundregeln des Zusammenlebens. Das sind die Werte, die wir unserem Kind vermitteln wollen.

Wie wird die Taufkerze aussehen?

Sarah: Sie wird wahrscheinlich ganz klassisch mit einem Regenbogen geschmückt – als Zeichen der Verbindung zu Gott. Aber auch unabhängig davon ist es einfach ein schönes Bild, das Kinder wegen der vielen Farben gerne mögen.

Noch können sich Familien, die ihre Kinder taufen lassen möchten oder Erwachsene, die getauft werden wollen, zu unserem Tauffest anmelden: 

www.tauffest2022.de

*Namen von der Redaktion geändert

Text: APK
Foto(s): APK

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Kirche2go fragt: Warum sprechen Christinnen und Christen das Wort „Amen“?

Kirche2go fragt: Warum sprechen Christinnen und Christen das Wort „Amen“? Für Christinnen und Christen hat ein Wort eine ganz besondere Bedeutung, es ist fast in Fleisch und Blut übergegangen: „Amen“. Die Menschen sprechen es nach jedem Gebet aus. Es hat seinen Weg in die Alltagssprache gefunden: „Der sagt zu allem Ja und Amen“ oder „das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche“. Wo kommt „Amen“ eigentlich her und was bedeutet es genau? Das erfahren Sie in dieser Kirche2go-Folge.

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Der Text zum Nachlesen:

Kirche2go fragt: Warum sprechen Christinnen und Christen das das Wort „Amen“? Wenn Christinnen und Christen beten, egal ob alleine und im Stillen, gemeinsam im Gottesdienst in einer Kirche oder auch einfach bei einem Tischgebet, dann sprechen sie meist am Ende des Gebetes das Wort Amen. „Amen“ ist ein hebräisches Wort und heißt übersetzt: „Ja, so sei es“ oder „ja, so ist es“. In der hebräischen Sprache ist es mit dem Wort für „treu“ beziehungsweise „zuverlässig sein“ verwandt. Das Wort Amen kommt in vielen Versen im Alten und Neuen Testament vor, allein hier sind es mehr als 150 Stellen. In den Erzählungen in der Bibel sprechen Menschen zum Beispiel immer wieder das Wort „Amen“, um auf Worte zu antworten, die Gott gesagt hat. Manchmal antworten sie auch auf das, was jemand über Gott und Jesus Christus gesagt hat. In manchen Bibelübersetzungen wird das Wort „Amen“ auch mit dem kurzen Satz „So sei es.“ übersetzt.

Auch Jesus benutzte das Wort „Amen“. Er sagte es, um seinen Aussagen Kraft und Gewicht zu geben. Viele Sätze von Jesus Christus beginnen mit der Formulierung: „Amen, ich sage euch …“ Die Lutherbibel übersetzt diese Stellen oft mit den Worten: „Wahrlich, ich sage euch …“ Christinnen und Christen haben das Wort „Amen“ aus der jüdischen Tradition übernommen. Das Wort Amin wird auch im Islam verwendet. Ein „Amen“ am Ende eines Gebetes bekräftigt, was gebetet wurde. Wenn es in einer Gemeinschaft ausgesprochen wird, ist es ein starkes Zeichen.

Text: APK
Foto(s): APK

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Unsere Wochentipps: Musik von Bach, Literatur der Ukraine und ein Liederabend zum Mitsingen

Unsere Wochentipps: Zwei Konzerte mit Musik von Johann Sebastian Bach in der Trinitatiskirche und im Altenberger Dom, „Literatur der Ukraine im Dialog mit Musik“ in Brühl, ein Open-Air-Konzert mit Klassikern der weiblichen Rock-Musik, ein Mitsingabend „Singen macht glücklich“ in Pesch sowie die  Stadtteilführung „Porzer Geschichte(n) – Von Eil nach Urbach“ – Ein abwechslungsreiches Programm erwartet Sie in den kommenden sieben Tagen.

 

Die Termine in der Übersicht:

27.07.2022, 18:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Diakonisches Werk Köln und Region, Kartäusergasse 9-11, 50678 Köln
Neues Beratungsangebot für Gastgebende Geflüchteter aus der Ukraine
Zwei Auftaktveranstaltungen im Juli und August

Für alle, die bei sich Zuhause Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen haben, startet das Diakonische Werk Köln und Region in Kürze mit einem neuen Beratungs- und Vernetzungsangebot. Für Gastgebende sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Geflüchtetenarbeit sowie Kirchengemeinden in Köln, dem Rhein-Erft-Keis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es dazu zwei Auftaktveranstaltungen am Mittwoch, 27. Juli und am Dienstag, 16. August, jeweils 18 Uhr, im Diakonischen Werk, Kartäusergasse 9-11.  Viele Kölnerinnen und Kölner haben sich in den letzten Monaten dazu entschieden, geflüchtete Menschen aus der Ukraine in ihren Wohnungen und Häusern aufzunehmen. Diese Gastfreundschaft ist oft auch eine Herausforderung. Daher hat das Diakonische Werk Köln und Region mit Unterstützung von evangelischen Kirchengemeinden und dem Evangelischen Kirchenkreis Köln-Mitte die Beratungsstelle für Gastgebende eingerichtet.

www.diakonie-koeln.de

28.07.2022, 20:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
„Bach & danach“
Musik mit dem Blick auf den 272. Todestag von J.S. Bach

Der Evangelischer Kirchenverband Köln und Region lädt am Donnerstag, 28. Juli, 20 Uhr, zum Konzert „Bach & danach“ in die Trinitatiskirche, Filzengraben 4 ein. Bertold Seitzer, seit 2016 Organist und Kantor an der Christuskirche/Stadtkirche Leverkusen, spielt Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Johann Christian Bach (1735-1782), Pierre Du Mage (1674-1751), Louis Vierne (1870-1937), Edgar Arro (1911-1978), Kurt Boßler (1911-1976) sowie Max Reger (1873-1916). Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

www.trinitatiskirche-koeln.de

 

28.07.2022, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Internationales Orgelfestival im Altenberger Dom
Orgelmusik zum 272. Todestag von Johann Sebastian Bach

Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner trägt am Donnerstag, 28. Juli, 20 Uhr, an der Orgel im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, Fantasie und Fuge g-Moll, Triosonate Es-Dur, Choralvorspiele und anderes von Johann Sebastian Bach vor. Das Konzert mit Orgelmusik zum 272. Todestages von Johann Sebastian Bach findet im Rahmen des Internationalen Orgelfestivals statt. Der Eintritt kostet 10 Euro.

www.altenberg-dom.de

 

30.07.2022, 18:00
AntoniterCityTours
Frankfurter Straße/Ecke Berger Straße
„Porzer Geschichte(n) – Von Eil nach Urbach“
Neue Stadtteilführung der AntoniterCityTours

In einer neuen Stadtteilführung der AntoniterCityTours stellt Referent Thomas van Nies am Samstag, 30. Juli, 18 Uhr, den Kölner rechtsrheinischen Stadtteil Porz vor. Auf dem Weg von Eil nach Urbach erfahren die Teilnehmenden viel über die geschichtliche Entwicklung des seit der fränkischen Zeit besiedelten Ortsteils. Dabei gibt es bedeutende historische Bauten zu sehen. Die Teilnehmenden treffen sich an der Frankfurter Straße/Ecke Berger Straße. Die Teilnahme kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.

www.antonitercitytours.de

31.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Christuskirche, Mayersweg 10, 50321 Brühl
„Literatur der Ukraine im Dialog mit Musik“
Sommerkonzert „Wunder, zufällig“ in der Christuskirche Brühl

Täglich wird von der Ukraine im Zusammenhang mit dem völkerrechtswidrigen Überfall durch Putins Armee und dem zerstörerischen Krieg berichtet. Über die kulturellen Traditionen des Landes wissen hingegen nur wenige Menschen etwas. In der Veranstaltung „Wunder, zufällig“ am Sonntag, 31. Juli, 17 Uhr, in der Christuskirche Brühl, Mayersweg 11, wird Literatur der Ukraine vorgestellt und in Dialog mit Klängen von John Cage und anderen treten. Die Lesung gestaltet Pfarrerin Renate Gerhard. Die Musik trägt Ruth Dobernecker am Klavier vor. Der Eintritt ist frei.

www.kirche-bruehl.de

 

31.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Gnadenkirche, Hauptstraße 256, 51465 Bergisch Gladbach
„The Right Pill“ präsentieren Klassiker der weiblichen Rock-Musik
Open-Air-Konzert an der Gnadenkirche Bergisch Gladbach

„Female Rock Classix“ ist der Titel eines Open-Air-Konzerts am Sonntag, 31. Juli, 17 Uhr, auf der Open-Air-Bühne des „Quirls“ an der Gnadenkirche, Hauptstraße 256a. Die Band „The Right Pill“ rockt Klassiker von ausschließlich weiblichen Vertretern des Genres wie Alanis Morissette, Joan Jett, Melissa Etheridge, Anouk oder Pink. Der Eintritt zu diesem Konzert der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach ist frei.

www.quirl.de

02.08.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Pesch
Ev. Gemeindezentrum, Montessoristraße, 50767 Köln
„Singen macht glücklich“
Evangelische Kirche in Pesch lädt zu einem vergnüglichen Abend ein

„Einfach singen!“ ist das Motto von Gertrud Meinert und Hubert Vendel am Dienstag, 2. August, 17 Uhr bis 18.30 Uhr, im Gemeindezentrum Pesch, Montessoristraße 15. Im Gepäck dabei haben die Musikerin und der Musiker kölsche Lieder, Mundorgel- und Volkslieder und auch den ein oder anderen Schlager. Sie laden zu einem vergnüglichen Sommerabend ein, bei dem alle fröhlich mit einstimmen können. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe NaTour und KulTour der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Pesch statt.

www.dem-himmel-so-nah.de

02.08.2022, 19:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Mit Anmeldung bis 02.08.: „Zukunft findet Stadt“
Sommerakademie der Melanchthon-Akademie

„Zukunft findet Stadt“ ist der Titel der Sommerakademie 2022 zu der die Melanchthon-Akademie am Wochenende Freitag und Samstag, 5. und 6. August, einlädt. Im Mittelpunkt steht die Vision einer Stadt der Zukunft. Am Beispiel des Stadtteils Ehrenfeld gehen die Teilnehmenden den Themen, Fragen und Idealvorstellungen zu Wohnqualität, Mobilität, Migration, Klimawandel, Teilhabe, Exklusion und Gerechtigkeit nach. Die Sommerakademie startet am Freitag, 5. August, 19 Uhr, in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, mit einer Diskussion zum Thema „Wem gehört die Stadt?“. Akteurinnen und Akteure aus Ehrenfeld berichten über und laden ein, über Veränderungen im Stadtteil nachzudenken. Am Samstag, 6. August, 10 Uhr, steht ein Besuch im Allerweltshaus, Körnerstraße 77, zum Thema „Köln ist Migration“, auf dem Programm. Anschließend erkunden die Teilnehmenden den Stadtteil in Kleingruppen. Nach einem Austausch über das Erlebte und einem Mittagessen leitet Pfarrerin Dorothee Schaper eine entschleunigende Kirchraumerfahrung in der Friedenskirche an. Die symbolische Umgestaltung eines Platzes in Ehrenfeld mit Gabi Linde, Erlebnispädagogin und Experience Designerin, rundet das Wochenende ab. Die Teilnahme an dem Seminar kostet 15 Euro. Darin enthalten ist ein Mittagsimbiss. Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder per Telefon 0221/931803-0 bis Dienstag, 2. August, ist erforderlich.

www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Rock und Liebe: Entpflichtung von Siegfried Kuttner

Die Friedenskirche in Köln-Ehrenfeld war bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Gäste konnte Presbyterin Ilona Burggraf begrüßen, darunter Vertreter der Stadt, der Kirche und die Familie von Pfarrer Siegfried Kuttner. Inhalt und Form des Abschiedsgottesdienstes waren ganz auf Siegfried Kuttner zugeschnitten, man kannte und liebte ihn für die spannende und musikalisch mitreißende Gestaltung seiner Gottesdienste.

Das hohe Lied der Liebe

„Wir leben in schwierigen Zeiten. Wer beendet den Hass? Wer beendet  den Hunger? Wer bekommt die Klimakrise in den Griff? Warum haben wir Krieg?“ Siegfried Kuttner nannte im Eröffnungsgebet die brennenden Probleme beim Namen und wies gleich auf eine Lösung hin: „Herr wir brauchen dich. Erbarme dich.“ Mit einem Gebet für die besonders geplagten Menschen leitete Siegfried Kuttner zur Lesung über: „Selig sind die, die Leid tragen, sie sollen getröstet werden. Selig sind die Hungernden, sie sollen zu essen bekommen.“ Die Lesung hatte das „hohe Lied der Liebe“ als Kernthema. „Ohne Liebe wäre ich nichts, Liebe ist langmütig und freundlich. Sie bläht sich nicht auf, lässt sich nicht erzittern, sie erträgt alles. Die Liebe hört niemals auf. Wir nähren uns von Liebe ,Glaube und Hoffnung, die Liebe ist das dabei das Größte.“

Danach griff Siegfried Kuttner zur Gitarre und stimmte zur Klavierbegleitung eines guten Freundes „He’s got the whole world in his hands“ an. Die Gemeinde klatschte und sang begeistert mit, zum Schluss gab es sogar Szenenapplaus. „Wir haben so viel zusammen gespielt“, erinnerte sich Pfarrer Kuttner an gemeinsames Musizieren mit seinem Freund.

Auch das Evangelium hatte die Liebe zum Thema. So sprach der Herr: „Ihr sollt einander lieben wie ich euch geliebt habe. Ich nenne Euch Freunde und nicht Diener. Ich habe euch ausgewählt, ihr geht hinaus und bringt reiche Frucht. Ihr sollt einander lieben, genau das ist mein Gebot für euch.“

Abschiedspredigt mit Spielszenen – Hochmut kommt vor den Fall

Thema der Predigt von Siegfried Kuttner war das Gastmahl des Belsazar. „Damals stand das für eine Zeitenwende, wie wir es heute ja auch oft hören.“ König Nebukadnezar und sein Heer regierten gnadenlos, das jüdische Volk wurde deportiert. Nebukadnezar nahm alles Wertvolle mit, auch die schlauesten Leute des jüdischen Volkes sollten ihm dienen. Darunter war Daniel, er sollte dem König persönlich als Traumdeuter dienen. Der Inhalt der Predigt wurde auch in Spielszenen dargestellt, zunächst im Dialog zwischen Daniel und dem König. Dieser hatte den Traum, ein Stein sei vom Himmel gefallen und habe eine große Statue zerstört. Der König konnte den Traum nicht deuten und rief Daniel zu sich. Daniel konnte den Traum erklären: „Es wird viele Reiche geben, aber nur einen Gott. Am Ende wird sein Stein sein ewiges Werk sein.“  Nebukadnezar war dankbar und beförderte ihn. Er träumte immer wieder diesen Traum, bis der Herr mit den Wolken des Himmels kam, „seine Macht ist ewig.“

Späterer König wurde Belsazar. Der verlor jedes Maß, trat die 10 Gebote mit Füßen. Er veranstaltete ein Mahl für seine 1000 mächtigsten Menschen, ließ dazu gestohlene jüdische Gefäße bringen, um daraus zu trinken. Auch diese Szene wurde gespielt, an die Gemeinde wurden dabei Trauben verteilt. „Alle feierten ausgelassen – wer sollte nur dem König widerstehen?“  Plötzlich schrieben Finger einen Text auf die getünchte Wand. Der König wurde blass und schlotterte. Keiner verstand, was da stand. Wieder einmal wurde Daniel geholt und erklärte die Schrift: „Du hast dich gegen den Herrn erhoben. Die Schrift bedeutet, der Herr hat dein Königtum beendet.“ Genau das trat dann auch ein. Im Jahr 539 verlor Belsazar sein Leben, das Reich wurde von anderen erobert. Pfarrer Kuttner gab der Gemeinde mit auf den Weg: „Die Botschaft ist hier ganz klar: Hochmut kommt vor den Fall. Daniel bewahrt sich eine Tugend, die ihn weise machte, Gottesfurcht. Daniel steht mit beiden Beinen auf der Erde. Das ist seine Demut.“

„Wir brauchen Menschen wie Dich“

Nach der Abschiedspredigt bat Superintendent Markus Zimmermann Pfarrer Kuttner, das Presbyterium sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde vor den Altar. „Wir verabschieden dich und danken Gott für deinen Dienst, deine Treue und deine Liebe. Du hast 34 Jahre Dienst getan.“ In einem kurzen Rückblick erwähnte Markus Zimmermann, Pfarrer Kuttner habe viel Neues geschaffen. „Ich glaube kein Pfarrer im Kirchenkreis ist so oft umgezogen wie du. Die Kirche zieht sich nicht zurück, die Kirche baut.“ Besonders würdigte der Superintendent das persönliche Wirken von Siegfried Kuttner: „Wir brauchen Menschen wie dich, Menschen die geerdet sind. Wir sehen die Früchte deines Wirkens, du hast dich der Wahrheit gestellt. Dafür sind wir dankbar.“  Mit dem Ruhestand beginne jetzt neue Lebensphase. „Du bist frei, kannst Abendmahl feiern, wann und wo du willst“. Es folgte ein Gebet für den scheidenden Pfarrer, anschließend wurde er mit einem Segen entpflichtet. Ein besonderes Wort richtete der Superintendent an die Gemeinde: „Achtet den Dienst, den er für euch getan hat. Betet weiter für ihn.“

Anschließend gaben einige Vertreter der Gemeinde dem entpflichteten Pfarrer persönliche Abschiedsworte und Abschiedswünsche mit auf den Weg. „Das einzig Bleibende ist Veränderung.“ „Ich wünsche dir, dass die Liebe Gottes in dir bleibt.“ „Gott beschütze dich.“ „Gott bringe dein Leben zum klingen.“  „Gott segne dich.“

Begleitet wurde der Gottesdienst von der Ehrenfelder Kantorei, die mit einer eindrucksvollen Chorunterstützung der Feier etwas Besonderes verliehen hat. Mit „Blowin’ in the wind“ von Bob Dylan und dem Segen war der Gottesdienst dann beendet. Zu einem Orgelspiel zogen  alle Beteiligten gemeinsam aus dem Gotteshaus aus, um im Gemeindehaus gegenüber zu einer kleinen Abschiedsfeier zusammenzukommen.

Text: Dr. Klemens Surmann
Foto(s): Dr. Klemens Surmann

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„Zukunft findet Stadt“: Sommerakademie der Melanchthon-Akademie

Die Sommerakademie 2022 „Zukunft findet Stadt“ der Melanchthon-Akademie tagt am Freitag, 5. August 2022, von 19 – 20.30 Uhr und am Samstag, 6. August 2022, von 10 – 16.30 Uhr. Das Nachdenken über die Zukunft von Städten ist stets verbunden mit Idealvorstellungen, Wünschen und Zielsetzungen gesellschaftlicher Entwicklung. Heute ist es vor allem der globale Klimawandel, der prägend auf die Vorstellungen einer Stadt von Morgen wirkt. Daher geht es in Visionen von Städten um ökologische Modelle, um Vernetzung, aber auch ums gemeinschaftliche Leben, Teilen und Teilhabe. Diese Sommerakademie soll vor allem neue Ideen und das utopische Denken inspirieren und so wird es um die realisierten Visionen gehen, die zukunftsweisenden Modelle, die in Workshops, Kunst, Musik und neuen Initiativen speziell im Stadtteil (oder „Stadtlabor“) Ehrenfeld erprobt werden.

„Wir haben ein spannendes, facettenreiches und buntes Programm geplant, mit dem wir in der Stadt unterwegs sein werden“, erklärt Studienleiterin Lena Felde. „Wo finden sich jetzt bereits Spuren von Zukunft in der Stadt und Spuren einer Stadt der Zukunft? Wie wollen wir künftig gemeinsam leben? Im Titel selbst zeigt sich der Vorgeschmack auf Aktivität, ein ,Nach-vorne-Blicken-und-Gehen‘ und Lebendigkeit. Wir wollen von Entwicklungen nicht überrascht werden, sondern selbst mitdenken, mitreden und teilhaben.“ So wird am Freitagabend in der Akademie ein einführendes Podium stattfinden, bei welchem die Experten und Expertinnen für Kultur und Mobilität, Lale Konuk und Dr. Martin Herrndorf, ihren speziellen Blick auf Ehrenfeld teilen und so erahnen lassen, wo es in Zukunft hingehen könnte und was damit in Bezug auf die Stadt überhaupt gemeint ist. Am nächsten Tag werden dann verschiedene good-practise-Beispiele entlang der Fachbereiche der Melanchthon-Akademie aufgegriffen und vertieft – in Workshops zu Themen wie Wohnen, Klima, Spiritualität, Kultur, Migration, Teilhabe und Gerechtigkeit.

Lena Felde sagt: „In Köln gibt es bereits sehr zukunftsweisende Programme, die zeigen, in welche Richtung es gehen kann. Am Samstag gehen wir dazu in Erkundung, Bewegung und Austausch.“ Besonders neu an einer sonst so denk- und sprechintensiven Sommerakademie findet sie den Programmpunkt des „Kirchraumliegens“ mit der Theologin Dorothee Schaper (6.8., 14 Uhr, s.u.), bei dem es eben nicht um Produktivität, sondern um eine bewusst gelebte Passivität und Entschleunigung geht: „Die Teilnehmenden wechseln hier buchstäblich die Perspektive – denn üblicherweise liegt man ja nicht in einer Kirche. Wir wechseln den Blickwinkel und sehen die Dinge neu.“

Das Programm in der Übersicht:

Freitag, 5. August 2022

19 – 20.30 Uhr
„Wem gehört die Stadt“: Über dem Kölner Stadtteil Ehrenfeld liegt ein ganz besonderer Duft, einst ein Industriegebiet, heute ein kultureller Schmelztiegel, mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen und Generationen, Künstler und Künstlerinnen, Handwerker und Handwerkerinnen und Studierenden. Akteure und Akteurinnen aus Ehrenfeld berichten und laden ein, über Veränderungen im Stadtteil nachzudenken.
Lale Konuk, geschäftsführender Vorstand KulturNetzKöln
Dr. Martin Herrndorf, Bürgernetzwerk Agora
Moderation: Lena Felde, Studienleiterin
Ort: Melanchthon-Akademie

Samstag, 6. August 2022

10 – 11 Uhr
Köln ist Migration: Besuch im Allerweltshaus Köln mit Gesprächen

11 – 12 Uhr
Visionen und Narrative. Was passt? Was kann geändert werden? Erkundung des Stadtteils Ehrenfeld in Kleingruppen

12 – 13 Uhr
Mittagspause. Mittagessen im Motoki-Kollektiv

13 – 14 Uhr
Wirkungen verstehen: Austausch über die gesammelten Erfahrungen in den Kleingruppen
Joachim Ziefle, Studienleiter

14 Uhr
2 x 15 Minuten, die die Stadt entschleunigen: Vom Erkunden, Liegen und Lassen – eine etwas andere Kirchraumerfahrung in der Friedenskirche
Dorothee Schaper, Theologin

14.30 – 16 Uhr
Vom Unort zum Ort: Wir erobern uns einen Platz in Ehrenfeld und gestalten ihn symbolisch neu, mit einer Methode aus dem objektorientierten Spiel.
Gabi Linde, Erlebnispädagogin / Experience Designerin

16 – 16.30 Uhr
Stadt findet Zukunft
Ausklang mit Tee und Mokka in Ehrenfeld

Weitere Informationen

Anmeldung erforderlich bis zum 2. August 2022 mit der Seminarnummer 6203F unter Anmeldung@melanchthon-akademie.de oder Telefon 0221-931803-0.  Der Treffpunkt am Freitag ist in der Melanchthon-Akademie, der Treffpunkt am Samstag im Allerweltshaus, Körnerstraße 77, 50823 Köln. Die Gebühr kostet 15 Euro inklusive einem Mittagsimbiss.

Text: Frauke Komander
Foto(s): Dorothee Schaper

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Allerhand Alltagsgeschichte über einen Apfelbaum

Diesmal berichtet uns Pfarrer Dieter Schwirschke bei Allerhand Alltagsgeschichten eine Geschichte von zwei Jungen und ihrer Erfahrung auf einem Apfelbaum. Wie viel Vertrauen ist nötig, um vom Baum in die Arme eines anderen Menschen zu springen? Sollte man doch lieber auf dem Baum sitzen bleiben? Warum Vertrauen und Angst in unserem Leben so wichtig sind und was man aus der Geschichte über den Apfelbaum lernen kann, erzählt Pfarrer Dieter Schwirschk in Gebärdensprache in Allerhand Alltagsgeschichten.

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Hallo und herzlich willkommen zu Allerhand Alltagsgeschichten!

Ich weiß noch, ich war damals ungefähr so acht, neun Jahre alt, da war es an einem Sonntag, dass meine Eltern zu mir sagten: „Wir drei gehen heute in die Kirche zum Gottesdienst!“ Also musste ich mitgehen. Normalerweise war dieser Gottesdienst auch etwas langweilig für mich. Der Pfarrer redet die ganze Zeit und vieles ging an mir vorbei. Aber an diesem Sonntag war es anders. Der Pfarrer erzählte eine interessante Geschichte.

Es war einmal eine grüne Wiese und ein Apfelbaum stand darauf. Zwei Jungen kamen und beide wollten hoch hinauf in den Apfelbaum. Der war groß und beide hatten das Glück, dass eine Leiter auf dem Boden lag. Sie nahmen sich die Leiter stellten sie an den Baum und kletterten hoch, setzen sich auf einen Ast, pflückten die Äpfel ab und aßen sie. Etwas später wollten die beiden wieder hinunter. Aber hoch ist leichter als runter. Und so passierte es, dass ein Junge mit seinem Fuß die Leiter anstieß, die dann zu Boden fiel. Beide saßen nun auf dem Ast und schauten hinunter. „Wie kommen wir runter?“ Zum Glück kam ein Mann daher, dieser sah die beiden und begriff sofort, dass sie wieder hinunter wollten. Und der Mann sagte zum ersten Jungen: „Komm, spring in meine Arme!“ Aber der Junge sprang nicht. So sagte er zu dem zweiten Jungen: „Komm, spring!“ Und tatsächlich: der zweite Junge sprang hinunter, landete in seinen Armen und sicher auf dem Boden.

Plötzlich unterbrach der Pfarrer seine Geschichte und fragte die Leute in der Kirche: „Ein Junge springt nicht und ein Junge springt. Warum ist das so, was meint ihr?“. Ich selbst bekam einen Schock, der Pfarrer fragte in der Kirche, das war ja wie in der Schule. Normalerweise redet der Pfarrer in einem durch und fragte niemals und wartet auf Antworten. Und jetzt, also schaute ich ganz betreten zur Seite, aber zum Glück waren da andere Leute, die sich meldeten und ihnen Antwort gaben und sagten: „Ja, ich glaube der Junge, der nicht gesprungen ist, der hatte wahrscheinlich Angst davor.“ Der Pfarrer sagte: „Jaja, das stimmt schon, aber das ist noch nicht das, was ich als Antwort haben will“ Und dann waren andere, die sagten: „Der Junge der springt, er hat eben Mut.“ Ja, aber die richtige Antwort ist das auch nicht.“ Und niemand konnte den Pfarrer zufrieden stellen mit seiner Antwort. So sagt der Pfarrer selbst die richtige Antwort. „Der Junge der gesprungen ist, in die Arme des Mannes, der unten stand, wisst ihr, wer dieser Mann war der die Arme aufhielt? Es war sein Vater. Der Junge kannte eben seinen Vater und ist deshalb voller Vertrauen hinunter gesprungen und der zweite Junge, der nicht gesprungen ist, ja, er kannte ihn nicht so gut und deshalb hatte er Angst und hielt sich zurück und blieb auf dem Baum sitzen.“ Damals hat der Pfarrer die Geschichte weitererzählt. Wie, weiß ich nicht mehr genau, ob dann der Mann die Leiter hoch gestellt hat und den zweiten runtergeholt hat, ich hab’s vergessen.

Aber heute weiß ich, dass der Pfarrer mit seiner Geschichte vom Apfelbaum und den zwei Jungen in Wahrheit eine Geschichte erzählt hat über das Thema Vertrauen und Angst. Klar, der zweite Junge, der das Vertrauen hatte, sein Vertrauen war ja aber auch nicht einfach da, es kam wahrscheinlich daher, dass er bestimmt vorher schon sehr viele positive Erfahrungen gemacht hatte. Vielleicht war er mal gelaufen und Papa stand da und er hat ihn aufgefangen, als er in seine Hände gesprungen ist oder hat ihn manchmal auch einfach nur ein bisschen hoch geworfen und der Junge hat gespürt, als ein paar Sekunden in der Luft war: „Ich weiß, wenn ich runterkomme, dann ist Papa da, seine starken Arme halte mich.“ Und ich bin sicher, sein Vertrauen ist daher gekommen, dass er sehr viele positive Erfahrungen machen konnte, die aufgebaut ein Netz von Vertrauen bilden. Der zweite Junge, der nicht gesprungen ist, ich muss ehrlich sagen, früher habe ich sehr oft auch negativ über ihn gedacht, hab gedacht: „Mensch, was ein Angsthase oder ein Feigling, der müsste doch eigentlich Mut haben und mal einfach springen.“ Heute denke ich ein bisschen anders darüber. Ich meine, er hat es richtig gemacht so, er hatte Angst, ja, das stimmt, aber seine Angst war auch sehr gut, denn sie hat ihm gesagt: „Bitte warte noch einen Moment, du kennst doch diesen Menschen da unten gar nicht richtig. Denn die Beziehung ist nicht stark genug, dass du dieses Vertrauen bilden kannst. Hält er dich? Es ist besser, wenn du noch oben bleibst!“ Manchmal denke ich, unser Leben, das ist wie eine Geschichte von Vertrauen und von Angst. Manchmal ist in meinem Leben mein Vertrauen groß genug, dass ich den nächsten Schritt machen kann in meinem Leben, dass ich sozusagen „springen“ kann und manchmal ist in mir auch Angst da, die ich spüre, nicht genügend positive Erfahrungen, und so warte ich noch ab. Angst und Vertrauen – beide sind da in unserem Leben und beide sind auch sehr wichtig für unser Leben. Die brauchen auch nicht gleich zu bleiben, sondern gehen auf und ab und können sich entwickeln. Für mich ist diese Geschichte von Vertrauen und Angst eine sehr spannende und interessante Geschichte.

Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Text: APK
Foto(s): APK

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Die Würde des Menschen altert nicht: Clarenbachstift besteht seit 40 Jahren

Mit einem Festakt haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner das 40-jährige Bestehen des Clarenbachstift gefeiert. In Ihren Reden haben Ehrengäste wie Bürgermeister Ralf Heinen, Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp und Superintendent Markus Zimmermann den gesellschaftlichen Stellenwert der sozialen Einrichtung für die ältere Generation gewürdigt: „Sie verinnerlichen seit vier Dekaden den diakonischen Auftrag. Die Würde des Menschen hat für Sie Priorität. Sie sorgen hier für das körperliche und seelische Wohlbefinden und machen den Clarenbachstift zu einem Ort des Friedens“, wandte sich der Stellvertreter von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Ralf Heinen, an die Gastgeber.

Markus Zimmermann, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord, zog in seinem Beitrag Vergleiche zur alttestamentarischen Schilderung der 40-jährigen isrealitischen Wüsten-Wanderschaft unter Moses. Trotz der schwierigen Bedingungen habe das Volk seinen Weg gefunden, so der Geistliche.

„Wir lachen und trauern gemeinsam“

Einrichtungsleiterin und Geschäftsführerin Irina Helmert hob im Zuge ihrer Ansprache das Engagement der Hausbeschäftigten hervor. In der Corona-Pandemie habe man sich gegenseitig unterstützt und zudem die Herausforderungen während der Umbauten der letzten Jahre bewältigt. Dabei sei man noch näher zusammengerückt. „Ich erlebe hier eine familiäre Atmosphäre mit offener Kommunikation. Wir lachen und trauern gemeinsam“, sagte Helmert.

Dass der Stift  darüber hinaus eine beliebte Anlaufstelle für Freizeitaktivitäten darstelle, belegten rund 1000 monatliche Besucherinnen und Besucher in der Müngerdorfer Altentagesstätte Dr. Schaefer-Ismer. Regelmäßig fände man dort vielfältige Teilhabemöglichkeiten aus den Bereichen Kunst und Kultur vor, sagte die Hausleiterin.

Clarenbachstift

Der Stift betreibt zwei Häuser auf der Peter-von-Fliesteden-Straße 1 und 2 (Braunsfeld) sowie die Altentagesstätte Dr. Schaefer-Ismer auf dem Brauweilerweg 8 in Müngersdorf. Neben 17 Alten-Wohnungen für Eheleute und Singles bietet das gemeinnützige Sozialwerk der Evangelischen Clarenbach-Kirchengemeinde Köln-Braunsfeld Vollstationäre Pflege mit 67 Einzelzimmern und sieben Doppelzimmern. Kurzzeit- und Tagespflege ergänzen das Spektrum. Die Belegschaft des Stifts umfasst circa 100 Personen. Auskünfte zu den Angeboten der Einrichtungen erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Rufnummer 0221-9498280.

Weitere Informationen finden sich auf der Onlinepräsenz www.clarenbachstift.de.

Text: Thomas Dahl
Foto(s): Thomas Dahl

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Kirche2go fragt: Wer war Martin Luther?

Kirche2go fragt: Wer war Martin Luther? Die Bandbreite der Bezeichnungen für diesen Mann reichen von Ketzer, Befreiungsheld, Reformator, Kirchenspalter bis zu Rebell. Schnell erzählten und schrieben die Menschen noch zu seinen Lebzeiten Legenden und Mythen über den ehemaligen Mönch aus Wittenberg (1483 – 1546). Unstrittig ist sicherlich, dass die Reformation eines der folgenreichsten Ereignisse für die Kirche und die Geschichte ist.

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Hier der Text des Videos zum Nachlesen:

Auch wenn der Reformator Martin Luther stammt aus dem heutigen Sachsen-Anhalt und wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Sein Lebensweg führte ihn von dort unter anderem nach Magdeburg, Eisenach, Erfurt, Wittenberg, Rom, Köln, Heidelberg, Leipzig, Worms und Marburg. Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther im Alter von 62 Jahren in Eisleben.

Er studierte zunächst Rechtswissenschaften, geriet aber in dieser Zeit in eine Lebenskrise. Der Überlieferung nach geriet er am 2. Juli 1505 in einem schweren Sommergewitter in Todesangst und beschloss, Mönch zu werden. Er wurde Doktor der Theologie und bekam eine Professur für Bibelauslegung in Wittenberg.

Am 31. Oktober 1517 kritisierte Luther den Ablasshandel der Kirche in Deutschland. Damals konnten sich Menschen mit den Ablassbriefen der Kirche angeblich die Sündenvergebung erkaufen. In 95 Thesen sprach sich Luther gegen die Politik der Kirche aus. Dies war der Beginn der Reformation, in deren Folge die evangelische Kirche entstand. 1518 wurde der sogenannte „Römische Prozess“ gegen Luther eröffnet.

Der Reformator beharrte auf seinen Thesen. Um Martin Luther zu schützen, wurde er 1521 auf Anweisung des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen auf die Wartburg entführt. Dort nutzte Luther die Zeit des Wartens und übersetzte das Neue Testament in die deutsche Sprache. Die erste Ausgabe erschien 1522.

Noch während der sogenannten Bauernkriege heiratete der ehemalige Mönch Martin Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Bis zu seinem Tod im Jahr 1546 schrieb der Reformator noch viele Texte, dichtete Kirchenlieder und setzte sich unter anderem für die Umgestaltung des Schulwesens ein.

Text: APK
Foto(s): APK

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